Aachen: Zwischen Lernstress und Männerüberschuss: Wie es ist, als Frau an der RWTH zu studieren

Aachen : Zwischen Lernstress und Männerüberschuss: Wie es ist, als Frau an der RWTH zu studieren

Rosemarie Fryzowicz hat in Aachen Elektroingenieurwesen studiert. Wie sie es trotz Lernstress und Männerüberschuss durchs Studium geschafft hat, hat die 28-Jährige in einem Roman verarbeitet.

WirHier: Auf deiner Webseite schreibst du: „Rechnet in Aachen nicht mit Liebe, sondern lieber mit euren Taschenrechnern“ — das ist ein ganz schön hartes Urteil ...

Rosemarie Fryzowicz: Nun, bei mir war es so. Die interessanten Männer waren meist schon vergeben, und dann gab es natürlich die, die sich mehr für ihr Studium als für Frauen interessiert haben. Aber im Buch geht es nicht nur um Liebe, sondern auch darum, wie die Protagonistin ihre Studienzeit trotz Lernstress genießt.

WirHier: Wie war denn die Frauenquote in deinem Studiengang?

Rosemarie: In den wirtschaftswissenschaftlichen Fächern war die Quote gar nicht so schlecht, aber je technischer es wurde, desto weniger Frauen waren anwesend. In manchen Veranstaltungen war ich gefühlt die einzige Frau im Hörsaal.

WirHier: Aber du möchtest doch sicher nicht allen Frauen dieser Welt davon abraten, in Aachen zu studieren, oder?

Rosemarie: Nein, natürlich nicht. Der Eindruck soll nicht entstehen. Ich hatte eine tolle Studienzeit und habe viele Freunde fürs Leben gefunden. Ich möchte eigentlich eher allen Mädchen Mut machen, etwas Technisches zu studieren — auch wenn man sich gegen die Anmachsprüche auf Dauer ein dickes Fell antrainieren muss.

WirHier: Hast du Beispiele?

Rosemarie: Ich habe oft in der Bibliothek gelernt. Man hat die Blicke der Jungs regelrecht gespürt. Kurz darauf hab ich dann Nachrichten bei StudiVZ oder Facebook bekommen. Auch in der Disco wurde ich oft angesprochen. Das gehört dann einfach dazu. (km)

Das Buch „Unter Spannung: Eine Elektroingenieurin kämpft gegen den Widerstand“ hat Rosemarie unter dem Namen Rosie Fortunello als eBook veröffentlicht.

(km)