Aachen: Zwei aufreibende Monate für Karlspreis-Organisationsteam

Aachen : Zwei aufreibende Monate für Karlspreis-Organisationsteam

Eigentlich müsste nur noch das Pressefoto geschossen werden. Aber Hannelore Larosch kann jetzt nicht. Sie telefoniert.

„Mit dem Monsignore”, wie Olaf Müller erläutert - Monsignore Reinhard Heldt, im Vatikan zuständig für die „protokollarischen Angelegenheiten im Bezug auf die deutschsprachigen Länder”.

Da kann man jetzt nicht einfach auflegen. Nicht nur, weil der Monsignore halt ein Monsignore ist, sondern weil der Monsignore schrecklich nett ist: „In den letzten Wochen haben wir den Monsignore bisweilen zehnmal täglich angerufen”, erzählt Müller. „Und er war nie genervt, sondern immer bestens gelaunt.”

Wir sind im Haus Löwenstein, der Aachener Kommunikationszentrale in Sachen Außerordentliche Karlspreisverleihung an Papst Johannes Paul II. Wenn irgendetwas schief läuft am Mittwoch bei der Übergabe der Plakette in der päpstlichen Sala Clementina, dann ist wahrscheinlich hier der Fehler zu suchen.

Aber schief laufen wird schon nichts, dafür ist das Team um Olaf Müller viel zu eingespielt. „Wir sind nun mal auf große Herausforderungen eingestellt”, sagt Müller und erinnert an - richtig: an Bill Clinton, Karlspreisträger 2000.

Das war - administrativ - noch eine ganz andere Nummer: Einen Secret Service, nur als Beispiel, hat der Vatikan ja schon mal nicht, nur die Schweizer Garde. „Und das sind ganz freundliche Leute”, wie Müller bei einer Vorab-Visite einer kleinen Aachener Delegation Anfang des Monats festgestellt hat.

Und doch, aller Routine zum Trotz: Wenn Olaf Müller, Hannelore Larosch und Elisabeth Voß, das Organisations-Team der Stadtverwaltung, am Dienstag im Flugzeug gen Rom sitzen, dann liegen zwei äußerst aufreibende Monate hinter ihnen.

Leicht nachvollziehbar ist das: Zum einen wurde die Verleihung an den Papst erst am 18. Januar bekannt gegeben - und nicht schon im Dezember, wie üblich. Und zum anderen steht ja auch die Verleihung des regulären Karlspreises an, am 20. Mai, an Europaparlaments-Präsident Pat Cox aus Irland. „Das muss und musste ja auch vorbereitet werden”, erzählt Müller, „quasi parallel”.

Müller, Larosch und Voß haben es geschafft. Auch dank der großen Kooperationsbereitschaft des Vatikans, wo den Aachenern nicht nur in Monsignore Heldt, sondern auch im Botschaftssekretär Michael Morgenstern ein hilfsbereiter Ansprechpartner zur Verfügung stand.

Minutiös ist nun alles vorbereitet: Um 15.45 Uhr wird das Gros der Aachener Karlspreis-Delegation Mittwoch am vatikanischen Bronzetor anklopfen. Eineinviertel Stunden später beginnt die Feierstunde in der Sala Clementina: Gesang; Laudatio; Gesang; Verleihung - und dann muss eigentlich nur noch das Pressefoto geschossen werden.

Impressionen von der Karlspreis-Verleihung in Rom