Kreis Heinsberg: Zehn Stollen mit Idealnote

Kreis Heinsberg: Zehn Stollen mit Idealnote

Wo sich sonst fast immer alles ums liebe Geld dreht, stand jetzt zwei Tage lang leckeres Gebäck im Blickpunkt: Die Filialdirektion der Kreissparkasse am Wegberger Rathausplatz war Schauplatz der öffentlichen Stollenprüfung, bei der 20 Mitgliedsbetriebe der Bäcker-Innung Heinsberg insgesamt 44 Stollen fachmännisch begutachten ließen.

Bäckermeister Karl-Ernst Schmalz vom Institut für die Qualitätsprüfung von Backwaren (Weinheim) verteilte zehnmal die Note „sehr gut” und 17-mal „gut”. 14 Stollen waren nach seiner Ansicht „befriedigend”, drei „verbesserungswürdig”. Mit diesem Ergebnis war Obermeister Edwin Mönius „unterm Strich zufrieden”.

Die Kreissparkasse war gerne wieder Gastgeber zu einer Prüfung der Bäcker, betonten Filialdirektor Leo Görtz und Ellen Wolters aus der Kommunikationsabteilung. Das Interesse der Besucher sei ansprechend gewesen, berichtete der Obermeister. Auch drei Klassen angehender Bäcker und Fachverkäuferinnen vom Berufskolleg aus Geilenkirchen hätten die Gelegenheit genutzt, um dem Stollenprüfer über die Schulter zu schauen.

Geprüft wurden Form und Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaft, Lockerung und Krumenbild, Struktur und Elastizität, Geruch und Geschmack. Die Krume sollte gelockert und sehr saftig sein, jedoch nicht teigig, schmierig oder speckig, der Geschmack sollte fruchtig und rein sein, nicht zu überwürzt. Und es sollten nur beste Rohstoffe verwendet werden, stellte der Qualitätsprüfer einige der Kriterien heraus.

Wichtig seien die richtigen Vorgehensweisen bei Teigführung, Backen und Lagern. Zehnmal vergab Schmalz die Idealpunktzahl 100. Aber auch wer Abzüge hinnehmen musste, sollte von der Prüfung profitieren: Alle erhielten ein Gutachten, in dem die Fehler erklärt und Tipps zur Abhilfe vermittelt wurden.

So hatte die Bäcker-Innung Heinsberg nach Angaben des Obermeisters die Prüfung bewusst an den Beginn der Stollensaison gelegt; auch wenn dadurch die Ergebnisse ein wenig gelitten haben könnten. Aber alle Bäckermeister sollten einen Nutzen haben: Wer sehr gute oder gute Stollen präsentierte, erhielt so frühzeitig eine Bestätigung. Und die anderen wissen nun, was sie noch ändern müssen.

So freute sich Obermeister Mönius darüber, dass er für seinen Rheinischen Christstollen mit „sehr gut” belohnt wurde, aber er freute sich ebenfalls über den Hinweis, wie aus seinem mit „gut” bewerteten Mandelstollen ein sehr gutes Produkt werden kann.

Wie den im Internet auf der Seite http://www.brot-test.de veröffentlichten Prüfungsergebnissen zu entnehmen ist, darf sich Karl-Josef Lütterforst aus Erkelenz über gleich drei sehr gute Bewertungen freuen: für Butterstollen mit Marzipan, Nussstollen und Butterstollen.

Sehr gute Bewertungen erhielten auch: Michael Böven (Geilenkirchen), Rainer Dohlen (Geilenkirchen), Hans-Leo Speis (Waldfeucht), Bäckerei Dick (Heinsberg), Jürgen Stassen (Selfkant-Süsterseel), Josef Gillrath (Erkelenz) und Edwin Mönius (Wassenberg).

Alle Urkunden für die prämierten Stollen - also auch für die 17 guten Stollen - werden überreicht bei der Versammlung der Bäcker-Innung Heinsberg am Dienstag, 16. November, um 17 Uhr im Haus des Handwerks in Geilenkirchen an der Nikolaus-Becker-Straße.

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