Kreis Heinsberg: Zahl der Straftaten ist deutlich gesunken

Kreis Heinsberg: Zahl der Straftaten ist deutlich gesunken

„Wir haben in fast allen Bereichen eine positive Entwicklung“, stellte Kriminaloberrat Dieter Prosch, Leiter der Direktion Kriminalität bei der Kreispolizei­behörde Heinsberg, fest, als er am Montag die Kriminalstatistik für das Jahr 2013 präsentierte.

Nachdem die Gesamtzahl der Straftaten im Kreis Heinsberg seit 2009 (damals 15.805) stets angestiegen war bis 2012 (18.644), ist sie im vergangen Jahr um 1347 auf 17.297 Fälle gesunken; ein Rückgang um mehr als sieben Prozent. Auch wenn die Zahl der aufgeklärten Fälle von 9040 auf 8593 zurückging, so verbesserte sich trotzdem die Aufklärungsquote: von 48,49 auf 49,68 Prozent.

Unter dem Slogan „Raser stoppen, Einbrecher erkennen“ steht das im vergangenen Jahr vorgestellte neue Sicherheitsprogramm der Kreispolizeibehörde Heinsberg. Das erklärte Ziel für die Direktion Kriminalität: Bis 2015 soll die Zahl der Wohnungseinbrüche auf unter 750 im Jahr gesenkt werden, die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich soll auf über zwölf Prozent gesteigert werden. Mehr Kontrollen und mehr Öffentlichkeitsarbeit, eine rund um die Uhr besetzte Kriminalwache zur Spurensicherung am Tatort und zur Aufnahme erster Hinweise sowie mehr Meldungen aus der Bevölkerung über verdächtige Beobachtungen zeigen möglicherweise Wirkung. Zumindest verzeichnete die Polizei im Kreis Heinsberg im im vergangenen Jahr 816 Wohnungseinbrüche (davon 297 Versuche). Im Jahr zuvor waren es noch 830 (davon 284 Versuche). Und die Aufklärungsquote ging um fast vier Punkte nach oben: auf 12,99 Prozent. „Das macht uns ein bisschen stolz“, sagte Prosch. „Aber es ist kein Grund, sich zurückzulehnen.“

Die Kriminalitätshäufigkeitszahl (die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner) sagt als rechnerische Größe etwas aus über die Belastungssituation vor Ort. Da liegt der Kreis mit 6798 weit unter der NRW-Zahl von 8320. Bei der Häufigkeitszahl speziell für Wohnungseinbrüche allerdings fällt die Kreiszahl mit 321 noch immer etwas höher aus als der Landeswert von 308. Die Zahlen haben sich aber einander angenähert, da ­landesweit auch im vergangenen Jahr die Zahl der Einbrüche um 1,45 Prozent angestiegen ist, während sie im Kreis um 1,69 Prozent zurückging.

Als überaus positiv bewertet die Kreispolizeibehörde auch die deutlich gesunkene Zahl von Einbrüchen in Gewerbeobjekte: von 614 in 2011 über 598 in 2012 auf 392 in 2013. Im vergangenen Jahr gab es im Vergleich zum Vorjahr weniger Diebstähle (von 7944 auf 7310), so auch weniger Diebstähle von Kraftwagen (von 201 auf 175) und weniger Diebstähle aus und an Kraffahrzeugen (von 1544 auf 1428). Ebenso sank die Zahl der Betrugsfälle: von 3553 auf 2745.

Beim erschreckenden Thema Gewalt gibt es zumindest eine erfreuliche Entwicklung der Zahlen: weniger Gewaltdelikte (von 541 auf 503), weniger Straßenkriminalität (von 4703 auf 4352), weniger Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung (von 212 auf 161), weniger Stalking (von 111 auf 82), weniger Straftaten mit mitgeführten Schusswaffen (von 94 auf 89), weniger Raubdelikte (von 153 auf 125) und miminal weniger gefährliche und schwere Körperverletzungen (von 346 auf 344). Hingegen ist die Zahl der leichten, vorsätzlichen Körperverletzungen nach oben geklettert: von 1053 auf 1095. Es gab im vergangenen Jahr auch mehr Ladendiebstähle (plus 12,9 Prozent auf 920 Fälle) und mehr Computerkriminalität (plus 5,9 Prozent auf 339 Fälle). Ins Auge fällt der Anstieg bei den Unterschlagungen: Da wurde ein Plus von 91,6 Prozent auf 387 Fälle registriert. Eine Rolle spielt dabei die Anzeigenerstattung eines Videothekenbetreibers; er hatte der Polizei die in mehreren Jahren aufgelaufenen Fälle von nicht zurückgegebenen Filmen gemeldet.

(disch)
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