Heinsberg: Woolworth will zur Not ins Zelt ziehen

Heinsberg: Woolworth will zur Not ins Zelt ziehen

Die Warenhauskette Woolworth hat lange geschwiegen. Als in Heinsberg durch den Vermieter des Gebäudes an der Hochstraße, Peter Heinrichs, zusammen mit Bürgermeister Wolfgang Dieder freudig verkündet wurde, dass bald der Bekleidungsriese H&M mit der Unternehmensgruppe Müller an die Stelle der jetzigen Woolworth-Filiale einziehen werde, hielt sich die Woolworth-Zentrale bedeckt.

Glücklich ist das Unternehmen über die Schließung seiner Filiale zum 16. Oktober jedoch nicht. „Wir wären gern an Ort und Stelle geblieben”, sagt Dieter Schindel, der Geschäftsführer der Woolworth GmbH: „Leider wurde der Vertrag aus uns unverständlichen Gründen nicht verlängert.”

Konkreter wird er auch auf Nachfrage unserer Zeitung bei der beauftragten Unternehmensberatung für Kommunikation in Gauting nicht. Thomas Doriath bestätigt lediglich noch einmal: „Die Filiale lief gut und wäre auch weiter betrieben worden.” Im Juni sei über eine Verlängerung des Mietvertrages mit Heinrichs verhandelt worden. „Doch Ende August wurde uns mitgeteilt, dass die Verhandlungen nicht erfolgreich waren.”

Mitarbeiter informiert

Das Unternehmen hat die Mitarbeiter am Montag letzter Woche offiziell über die Schließung informiert. 31 der insgesamt 32 Arbeitsplätze müssten „betriebsbedingt gekündigt werden”, hieß es in einer Mitteilung der Geschäftsleitung. Lediglich die Filialleiterin werde anderweitig untergebracht, sagt Doriath.

Für die sechs Teilzeitkräfte und 25 Mini-Jobber sieht die Zukunft allerdings nicht so rosig aus. „Wir möchten die Mitarbeiter gern halten und wieder einstellen. Und wir möchten am Standort Heinsberg bleiben”, so Schindel.

Intensive Verhandlungen

Aus diesem Grund werde derzeit intensiv mit der Stadtverwaltung Heinsberg verhandelt. Schindel behauptet, Woolworth habe sogar angeboten, „mit dem Kaufhaus zunächst in ein Zelt umzuziehen, sofern kurzfristig keine andere Möglichkeit bestehe”.

Letzteres löst bei dem Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Bert Dohmen, großes Erstaunen aus. Von einer solchen Offerte ist ihm nichts bekannt, abgesehen davon, dass sie sich wohl kaum realisieren lassen dürfte.

Intensive Gespräche würden hingegen tatsächlich geführt - allerdings mit der Expansionsabteilung der für Woolworth zuständigen TEDi GmbH in Dortmund. Ob der Standort am Ende gerettet werden könne, dazu lasse sich zum derzeitigen Zeitpunkt seriös definitiv nichts sagen, erklärt Dohmen.