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Asien/Afrika: Letzte Chance: Diese fünf Tiere wird es vielleicht bald nicht mehr geben

Asien/Afrika : Letzte Chance: Diese fünf Tiere wird es vielleicht bald nicht mehr geben

Wie ein riesiger glänzender Teppich habe es ausgesehen, wenn sich ein Schwarm Karolinasittiche in einem Kornfeld niederließ. So beschrieb es der US-Vogelforscher John James Audubon (1785-1851) einmal — und er malte die Papageien, die Ornithologen begeisterten: gelbe Köpfchen, roter Fleck am blassen Schnabel, grünes Gefieder.

Heimisch in den USA als einzige Papageienart Nordamerikas überhaupt fanden sich die Vögel einst bis in den Norden von Wisconsin und an den Ufern des Lake Erie. Das letzte bekannte Exemplar von Conuropsis carolinensis starb am 21. Februar vor genau 100 Jahren in einem Zoo in Cincinnati.

Die Geschichte der Galapagos-Schildkröte schien schon vorbei - doch es sind wieder Exemplare aufgetaucht.
Die Geschichte der Galapagos-Schildkröte schien schon vorbei - doch es sind wieder Exemplare aufgetaucht. Foto: dpa

Gelernt hat man daraus allerdings nichts. Es sind längst nicht nur Karolinasittiche oder Tiger und Pandas, die vom Aussterben bedroht sind: Die Aktualisierung der Internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) von Dezember 2017 weist inzwischen 25.821 von 91.523 untersuchten Tier- und Pflanzenarten als bedroht aus.

Das Breitmaulnashorn auf dem Foto ist eins der drei letzten lebenden Tieren seiner Art.
Das Breitmaulnashorn auf dem Foto ist eins der drei letzten lebenden Tieren seiner Art. Foto: dpa

Auch diese fünf Tierarten kämpfen ums Überleben:

Weltweit gibt es nur noch 700 Berggorillas.
Weltweit gibt es nur noch 700 Berggorillas. Foto: dpa

Galapagos Schildkröte
Im Juni 2012 starb die Galapagos-Schildkröte „Lonesome George“, die Wissenschaftler für das letzte Exemplar ihrer Art hielten. Doch es sind weitere Schildkröten aufgetaucht, und sie sollen jetzt wieder auf den Galapagos-Inseln angesiedelt werden. 16 Riesenschildkröten sollen sich in der Zuchtstation der Insel Santa Cruz fünf Jahre lang vermehren. Die dort geschlüpften Jungtiere sollen anschließend auf der Insel Floreana freigesetzt werden. Sollte das funktionieren, hätte die Galapagos-Schildkröte den bereits verloren geglaubten Kampf ums Überleben gewonnen.

Schuppentier
Schuppentiere sind das meistgeschmuggelte Säugetier der Welt. Allein zwischen 2010 und 2015 beschlagnahmten Strafverfolger weltweit 120 Tonnen ganzer Pangoline, deren Körperteile und Schuppen. Zuletzt konfiszierten Fahnder in Taiwan 4.000 gehäutete und ausgenommene Tiere. Deswegen kämpft das Schuppentier jetzt ums Überleben: Insgesamt gibt es acht verschiedene Pangolin-Arten, je vier in Asien und Afrika. Alle acht sind bedroht. Seit Anfang 2017 sind sie auf dem Washingtoner Artenschutz-Abkommens (CITES) geführt und erhalten damit den höchsten Schutzstatus — ein komplettes Verbot des kommerziellen internationalen Handels.

Berggorilla
Fast die Hälfte der vom Aussterben bedrohten Berggorillas weltweit lebt in Uganda. Aber auch das sind nicht viele: Es gibt weltweit nämlich nur noch 700 Exemplare. Aufrecht stehend sind die Männchen rund 1,70 Meter groß und wiegen 180 Kilogramm. Doch auch ihr kräftiger Körperbau schützt ihn nicht vor seinen größten Feind: den Menschen. Waldrodungen zerstören den Lebensraum des Gorillas.

Amurleopard
Amur-Leoparden sind die seltensten Leoparden weltweit. Sie kommen heute nur noch in etwa zwei bis drei Prozent ihres historischen Verbreitungsgebietes vor. Gründe dafür sind vor allem die Wilderei sowohl auf die Leoparden selbst als auch auf ihre Beutetiere, unkontrollierter Holzeinschlag, Waldbrände sowie Bergbau. In einigen Regionen des historischen Verbreitungsgebietes, aus denen Amur-Leoparden wegen mangelnder Beutetiere verschwunden sind, besteht theoretisch die Chance der Wiederbesiedlung. Amur-Leoparden gehören nicht nur zu den seltensten Katzenarten, sondern auch zu den seltensten Säugetieren der Welt. Bei der letzten umfassenden Zählung im Jahr 2015 wurden insgesamt nur 70 Amur-Leoparden gefunden.

Breitmaulnashorn
Das Nördliche Breitmaulnashorn auf dem Foto heißt Sudan. Er ist halbblind und 44 Jahre alt, was für ein Nashorn steinalt ist, und bekommt sein Frühstück serviert: Kraftfutter, Sprossen und Heu. Zu seiner kleinen Familie gehören noch Tochter und Enkelin — es sind die letzten Exemplare ihrer Art. Künstliche Befruchtung oder Experimente mit Stammzellentechnik zur Züchtung eines Embryos sollen sie vor dem Aussterben retten.

Schuppentiere, auch Pangoline genannt, sind das meistgeschmuggelte Säugetier der Welt.
Schuppentiere, auch Pangoline genannt, sind das meistgeschmuggelte Säugetier der Welt. Foto: dpa
(tys)