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Frankfurt/Düsseldorf: WestLB einigt sich mit Ex-Vorstandschef Fischer

Frankfurt/Düsseldorf : WestLB einigt sich mit Ex-Vorstandschef Fischer

Acht Monate nach der Abberufung von WestLB-Chef Thomas Fischer hat sich die Bank mit dem Manager über die Beendigung seines Vertrages geeinigt.

Entsprechende Angaben von Fischers Anwalt bestätigte am Donnerstag ein Banksprecher. Fischer war vom WestLB-Aufsichtsrat im vergangenen Juli abberufen worden, nachdem die Bank im Eigenhandel Verluste in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro erlitten hatte.

Sein Vertrag lief noch bis Ende 2008. Die Einigung sehe auch eine Abwicklung des Vertrages vor, heißt es in der Erklärung. Medienberichten zufolge hatte Fischer eine Abfindung in Millionenhöhe beansprucht. Er galt als Spitzenverdiener unter den Landesbanken-Vorständen in Deutschland.

Nach Angaben des Anwalts sieht die Vereinbarung auch folgende Erklärung der Bank vor: „Vermutungen über aktive Beiträge von Herrn Dr. Fischer zu den Fehlspekulationen im Eigenhandel haben sich nicht bestätigt.” Nach eingehenden Untersuchungen, insbesondere durch den Sonderprüfungsbericht der KPMG, sei der von „Fischer mitverantwortete Jahresabschluss 2006 als zutreffend und richtig gewertet worden”. Der Banksprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Gegen Fischer ermittelt weiterhin die Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Dabei gehe es um Verstöße gegen das Aktienrecht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dem ehemaligen Bankchef wird vorgeworfen, den Aufsichtsrat nicht vollständig über die Verluste im Eigenhandel informiert zu haben. Die Bank hatte mit Kursdifferenzen zwischen den Stamm- und den Vorzugsaktien von VW und anderen Unternehmen spekuliert.