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Wenn Papier sich fein macht

Wenn Papier sich fein macht

Bergisch Gladbach/Düren. Seit über 174 Jahren wird in Bergisch Gladbach nahe Köln ein Produkt hergestellt, ohne das viele Gedanken von Philosophen, Wissenschaftlern und Literaten der Nachwelt nicht überliefert worden wären: Papier.

Und wer heute zu Champagner oder Zigaretten greift, hat es auch mit Erzeugnissen von Zanders Feinpapiere zu tun. Das Traditionsunternehmen mit einem Umsatz von 459 Millionen Euro (2002) stellt feine Papiere her.

Nach dem Verkauf an die finnische m-real-Gruppe im Jahr 2002 bündelt Zanders nun alle Aktivitäten in puncto Papierspezialitäten des Konzerns in Europa.

Ob edle Flaschenetiketten oder die aufwendig gestaltete Feinkartonage für Parfüm: „Zanders ist das Herzstück des neu gegründeten m-real Spezialitätensektors”, beschreibt Jouku Jaakkola, Vorstandschef der finnischen Muttergesellschaft m-real.

Ob das bekannte Papier mit dem Wasserzeichen „Gohrsmühle”, beidseitig veredeltes Papier für das Druckgewerbe oder farbige Grafik- und Büropapiere: An vier europäischen Standorten mit insgesamt mehr als 2400 Beschäftigten wird produziert.

Von Bergisch Gladbach aus wird die Herstellung für das Papier der gehobenen Art koordiniert. Darunter sind die Zanders-Anlagen in Bergisch Gladbach und Düren sowie die Produktion im finnischen Simpele und im französischen Pont Sainte Maxence.

„Nach drei Jahren Restrukturierung soll das Spezialitätengeschäft weiter entwickelt werden”, sagt Benno Hundgeburt, Chef der Sparte Spezialpapiere in Bergisch Gladbach. Nahe Köln ist man sich sicher, für den veränderten Markt gerüstet zu sein. „Wir sind optimistisch, dass wir für die Besonderheiten des Spezialitätenmarkts gut aufgestellt sind”, heißt es bei Zanders.

Doch zuvor musste das Unternehmen drei Jahre lang umgebaut werden - auch mit schmerzlichen Einschnitten bei der Zahl der Beschäftigten. Insgesamt wurden rund 800 Stellen sozialverträglich abgebaut.

Heute arbeiten im Werk Bergisch Gladbach noch rund 1600 und im Dürener Werk Reflex noch 600 Menschen.

Ob Kunstdrucke, hochwertige Bildbände, Geschäftsberichte oder Imagebroschüren: Nach einem Minus von rund 69 Millionen Euro in 2001 erwirtschaftete Zanders im vergangenen Geschäftsjahr mit dem Spezialpapier für diese Druckerzeugnisse ein Ergebnis vor Steuern von 2,4 Millionen Euro - und somit wieder schwarze Zahlen.