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Aachen: Weiss: „Die Unternehmen sind ausgezehrt”

Aachen : Weiss: „Die Unternehmen sind ausgezehrt”

Einen Reformstau bilanzierte Dr. Heinrich Weiss, Vorstandsvorsitzender der SMS AG, anlässlich eines Vortrages vor Unternehmers in der Industrie- und Handelskammer Aachen über die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen im Zeitalter der Globalisierung.

Ein Negativtrend werde im geringen Eigenkapitalanteil in kleinen und mittelständischen Unternehmen deutlich, sagte Weiss, „die Unternehmen sind ausgezehrt” Umfragen zufolge planten lediglich ein Viertel aller deutschen Mittelständler im kommenden Jahr Investitionen, vor vier Jahren seien es noch 63 Prozent gewesen.

Mitschuldig am gefährlichen Reformstau in deutschen Landen sei vor allem das fehlende wirtschaftliche Fachwissen in der deutschen Politik, kritisierte der Manager.

Am Beispiel von Maschinen- und Anlagenbauern schilderte Weiss, wie Unternehmen auf den weltweiten Globalisierungsprozess reagieren und sich ihre Wettbewerbschancen erarbeiten.

Im globalen Wettbewerb überzeuge der deutsche Maschinen- und Anlagenbau durch hohe Qualitätsstandards und technische Innovationsfreudigkeit, sagte der Referent. Als Bremse wirkten hingegen die im internationalen Vergleich hohen Personalkosten und eine geringe Flexibilität des Arbeitsmarktes.

„Die Produktivität der Mitarbeiter muss durch permanente Überprüfung der Geschäftsprozesse und der Organisationsstrukturen kontinuierlich gestei-gert werden”, betonte Weiss.

Hierbei müssten deutsche Ingenieure zunehmend lernen, erst den Markt zu sondieren, ehe sie dann zielge-richtet auf den Bedarf der Abnehmer hin entwickelten. Auch sei es gerade in dieser Zeit wichtig, dass es in einem Unternehmen ein Führungsteam gäbe und keinen alleinigen Manager, um effizient arbeiten zu können.