1. Wirtschaft

Aachen: Was verdient ein Manager?

Aachen : Was verdient ein Manager?

Wie viel „verdient” ein Manager - moralisch oder in Zahlen gefasst?

Mit dieser Frage befasste sich das Seniorat des Instituts für Politische Wissenschaft (IPW) der RWTH Aachen in einer Diskussion zum Thema: „Wirtschaftsethik - in der Krise?”

Der Untertitel fragte nach der Verantwortung der Banken für den Standort Deutschland. Moderiert von IPW-Professor Dr. Helmut König galt es, über Löhne, Leistungen und deren Verhältnis zu streiten. TH-Professor Dr. Emanuel Richter forderte dafür „Argumente für neue Verteilungsgerechtigkeit”. Bedürfnisbefriedigung müsse allen mit Hilfe aller möglich sein, aber: „Nach plausiblen Reglen.”

Die habe auch die Kreditvergabe, erklärten sowohl Walter Franzen, Pressesprecher der Sparkasse Aachen, als auch Eckhard Nikolaizig von der Handwerkskammer Aachen. An diesem Beispiel machten beide das Thema Wirtschaftsethik fest.

Der eine reklamierte sie allgemein für Sparkassen: als „Bank vor Ort”, für die „Umstrukturierung des Wirtschaftsraumes” und mit dem „Mittelstand als geschäftspolitischem Schwerpunkt”. Der andere klagte über „gesunkene Hilfsbereitschaft” aller Banken. „Mittelständler trauen sich heute oft erst gar nicht, nach Krediten zu fragen.” Egal, bei wem.

Wolf Wirsing von der Düsseldorfer Geschäftsführung der Commerzbank ärgerten derweil „Debatten über Löhne der Manager von DAX-Unternehmen”. Früher habe dies „niemanden interessiert”. Professor Dr. Karl Georg Zinn bestätigte: Wirtschaftsethik sei erst „seit den 80er Jahren ein Thema”, heute aus den Wirtschaftswissenschaften „fast ausgegliedert”.

Dem Managernachwuchs prophezeite er das „Ackermann-Syndrom”: „Die urkapitalistische These âBereichert Euch! findet Zuspruch, bis hin zu primitiver Geldgier.” „Wer würde nicht gerne so viel verdienen?”, fragte Wirsing optimistisch: „Das kann doch jeder schaffen!”