Aachen/Düren: Von Frühjahrsbelebung in der Region nichts zu spüren

Aachen/Düren: Von Frühjahrsbelebung in der Region nichts zu spüren

„Der allgemeine Konjunktureinbruch ist auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt angekommen.” Zu diesem Ergebnis gelangen die Agenturen für Arbeit in Aachen und Düren, die am Dienstag die aktuellen Arbeitsmarktzahlen für den Monat März präsentierten.

37.996 Personen waren im Aachener Bezirk arbeitslos gemeldet - 787 mehr als im Februar. Damit stieg die Arbeitslosenquote im gesamten Bezirk von 9,4 auf 9,6 Prozent. Im Jahresvergleich ist die Arbeitslosenquote auf das Vorjahresniveau angestiegen.

Mit 11,5 Prozent erreicht die Arbeitslosenquote in der Stadt Aachen innerhalb der Region einen Höchstwert, während im Geschäftsstellenbezirk Monschau noch eine Verringerung der Quote von 4,8 auf 4,6 Prozent zu verzeichnen war.

Im Agenturbezirk Düren nahm die Arbeitslosigkeit um 272 auf 11096 Personen an. Gegenüber dem Vorjahresmonat wuchs die Arbeitslosigkeit um 459 Personen (vier Prozent). Die Arbeitslosenquote lag im März bei 8,4 Prozent gegenüber 8,2 Prozent im Vormonat. Die Arbeitgeber aus dem Kreis Düren meldeten seit Jahresbeginn ein Viertel weniger Stellen als noch im gleichen Vorjahreszeitraum.

Immer stärker wird von den Firmen das Instrument Kurzarbeit eingesetzt um Fachkräfte nicht entlassen zu müssen. Von Oktober bis Februar haben im Raum Düren 97 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit für 2897 Arbeitnehmer angemeldet. Hinzu kommen 42 Betriebe, die seit November für 368 Mitarbeiter Saisonkurzarbeit haben.

Nach ersten Erkenntnissen der Arbeitsagentur Düren haben die Anzeigen für Kurzarbeit im März noch einmal zugelegt. Bis zum 27. März wurden 45 Meldungen erfasst - betroffen sind 471 Personen. Im Vorjahresmonat waren es nur acht Anzeigen für 83 Arbeitnehmer.

Im Bereich der Aachener Agentur für Arbeit ist die Zahl älterer Arbeitsloser gestiegen. Einen Rückgang gab es dagegen bei den Langzeitarbeitslosen um 0,7 Prozent auf 14556.

Unverändert meldeten die Arbeitgeber der Aachener Region im März 1313 offene Stellen. Das entspricht fast dem Vormonat.

Der ausgebliebene Frühjahrsaufschwung hat die Zahl der Arbeitslosen in NRW wieder über die Marke von 800.000 getrieben. Mit knapp 807.000 lag die Erwerbslosenzahl um gut 11.500 über dem Wert vom Februar. Die Arbeitslosenquote stieg von 8,9 Prozent auf neun Prozent.

Erstmals seit 43 Jahren habe es damit in einem März mehr Arbeitslose gegeben als im Februar zuvor, berichtete die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag.

Das Ausbleiben einer Belebung auf dem Arbeitsmarkt nach den Wintermonaten habe es in früheren Konjunkturkrisen nicht gegeben, sagte ein Sprecher der Regionaldirektion, der Aufzeichnungen bis 1966 vorliegen. „Das ist kein gutes Zeichen.” Im Vergleich zum März 2008 stieg die Zahl der Arbeitslosen um rund 18.500.

Eine noch stärkere Zunahme der Arbeitslosigkeit wurde durch umfangreiche Kurzarbeit vermieden. Allein im März wurden in NRW Anträge auf Kurzarbeit für rund 123.000 Beschäftigte gestellt.

Insgesamt sind es knapp 415.000 Anträge. „Das ist ein Beleg dafür, dass die Betriebe die Krise überbrücken wollen und nicht sofort mit Entlassungen reagieren”, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Christiane Schönefeld.

Angesichts der Wirtschaftskrise stellen die Unternehmen in NRW weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung. Von Oktober bis Ende März wurden 67.000 Lehrstellen gemeldet, 6000 weniger als im Vorjahreszeitraum, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit mitteilte.

Die Aachener Agentur für Arbeit meldete für denselben Zeitraum 3300 Stellen - 119 weniger als im Vorjahreszeitraum. In Düren wurden 839 Stellen angezeigt - ein Rückgang um genau 181 Stellen.

Gleichzeitig ging in NRW aber auch die Zahl der Bewerber zurückgegangen. Von Oktober bis Ende März meldeten sich 95370 Bewerber bei den Arbeitsagenturen, 9720 weniger als im Vorjahr.

Bei der Aachener Agentur meldeten sich von Oktober bis März 2928 Bewerber für einen Ausbildungsplatz - 635 (- 17,8 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Raum Düren waren es 1077 Bewerber - 116 (-9,7 Prozent) weniger.

Offensichtlich warteten Betriebe und Bewerber angesichts der wirtschaftlichen Talfahrt erstmal ab, sagte Christiane Schönefeld, Chefin der Regionaldirektion NRW. Der Rückgang bei der Bewerberzahl erklärt sich nach ihren Angaben nicht allein aus rückläufigen Schulabgängen. Vielmehr sähen junge Leute im Besuch weiterführender Schulen eine Chance, der wirtschaftlichen Situation auszuweichen.

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