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Kongress #neuland: Von der digitalen Mobilität bis zur Bratwurst

Kongress #neuland : Von der digitalen Mobilität bis zur Bratwurst

Zwei Tage lang diskutieren in Aachen EntscheiderInnen aus Wirtschaft, Politik und Sport über nachhaltige Ideen.

Der Zukunftskongress #neuland findet wieder nur ein paar Galoppsprünge entfernt vom Reitturnier-Gelände. Während beim CHIO in der Soers die Pferde gesattelt werden, kommen im Liebig, Liebigstraße 18, die „großen Tiere“ zusammen. An zwei Tagen werden hochkarätige, nationale und internationale EntscheiderInnen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und der Startup-Szene perspektivische Ideen zusammentragen. „Vernetzte Mobilität & Digitalisierung in Metropolregionen, Klimawandel und Energiewende“, lautet die Überschrift des ersten Tagungstages.

An diesem 28. Juni kommen zum Beispiel Bundesverkehrsminister Volker Wissing und der designierte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zu Wort. Nach Aachen reist aber auch der Vorstandsvorsitzende von RWE, Markus Krebber, der über die Energiewende in Deutschland referieren will. An anderer Stelle geht es um die Dekarbonisierung in der fünftgrößten Metropolregion Europas. Die Investoren Carsten Maschmeyer und Christian Miele werden ebenso sprechen wie Anna Christmann (Grüne), die in der Bundesregierung für digitale Wirtschaft und Startups zuständig ist.

Der Kongress wurde vor ein paar Jahren gegründet, um eine mögliche Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2032 zwischen Rhein und Ruhr voranzutreiben. Die Spiele sind längst nach Brisbane vergeben, ohne dass sich der Deutsche Olympische Sportbund sonderlich stark für die Idee gemacht hätte. Es bleibt die vage Aussicht auf die Olympischen Spiele 2036.

Motor der Initiative bleibt Michael Mronz, der auch das Aachener Reitturnier vermarktet. Mronz will mit der Landesregierung und 15 Kommunen, darunter auch Aachen, die Wettkämpfe nach NRW holen. Deswegen kommt der zweite Kongresstag gewohnt sportlich daher, es geht um Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung. Mronz rechnet vor, dass der organisierte Sport während der Pandemie etwa eine Million Mitglieder verloren hat, die Mehrzahl im jugendlichen Alter. Sie verlassen Sportvereine, in denen auch Werte wie Leistung, Respekt und Fairness vermittelt werden. Das alarmiert nicht nur Mronz: „Wir brauchen einen milliardenschweren bundesweiten Nachhaltigkeitsfonds Sport“, fordert er. „Die Vereine müssen nachhaltig fit für die Zukunft gemacht werden, ökologisch und ökonomisch, damit sie ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden können.“

Darüber diskutieren in Aachen zum Beispiel die ehemalige Olympiasiegerin Franziska van Almsick, die inzwischen die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Sporthilfe ist, aber auch Axel Balkausky, der für die ARD Sportübertragungen koordiniert. Bei einer anderen Gesprächsrunde, an der die Olympiasiegerin Ingrid Klimke und Springreiterin Janne Friederike Meyer-Zimmermann teilnehmen, geht es die Diversität im Sport, speziell auch im Reitsport. Mronz will auch die Gleichbehandlung von Menschen mit und ohne Behinderung forcieren. „Wir wollen in Aachen nicht mehr darüber diskutieren, ob wir Para-Equestrian in den CHIO Aachen integrieren, die Frage ist nur noch, wie wir es schnellst- und bestmöglich hinbekommen.“
Zum Abschluss des zweitägigen Kongresses wird Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß mit Christian Sewing, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank über „Fußball, Wirtschaft, Verantwortung und Stadionwurst“ diskutieren. Nach über zwei Jahren betritt das Symposium tatsächlich wieder Neuland, nahezu alle Gesprächsteilnehmer werden vor Ort und nicht mehr nur zugeschaltet sein.

Tickets und weitere Infos unter: https://www.neuland.today/

(pa)