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Aachen: Verkehr: Ausbau „in kleinen Schritten”

Aachen : Verkehr: Ausbau „in kleinen Schritten”

Die Region drängt auf einen zügigen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, doch das Land bremst. Die Mittel für Investitionen in Schienenwege und Straßennetze, die Bund und Land bereitstellen, werden immer knapper.

„Es wird langsamer vorangehen”, räumte NRW-Verkehrsminister Axel Horstmann (SPD) auf einer Tagung der regionalen SPD in Aachen ein. Ein Ausbau könne nur noch „in kleinen Schritten” erfolgen. Es gelte „mit vorhandener Verkehrsfläche mehr Verkehr zu bewältigen”, „mit wenig Verbesserungen viel zu erreichen”.

Dass auf der regionalen Agenda noch einige dringliche Projekte für die „Verkehrsdrehscheibe im Westen” stehen, unterstrichen der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, Jürgen Drewes, und der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Aachener Stadtrat, Heiner Höfken.

Zwar ist der Spatenstich für den sechsspurigen Ausbau des A4-Teilstücks Eschweiler-Weisweiler gerade erfolgt, doch ungeklärt sei die Fertigstellung des Teilstücks Düren-Kerpen bzw. die durch die Wanderung des Braunkohlentagebaus bedingte Neuanlage.

Eine ähnliche Brisanz wie die A4 nach der Öffnung Mittel- und Osteuropas entwickelt die Bahnstrecke Düren - Aachen. Dieses Teilstück dürfe nicht zum Nadelöhr im europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr werden - vor allem auch angesichts des voraussichtlich 2007 hochgeschwindigkeitstauglich ausgebauten Streckenabschnitts von Brüssel bis zur Aachener Grenze.

Der Bau eines dritten Gleises zwischen Düren und Aachen sei unumgänglich, um den Nah-, Fern-, Güter- und Personenverkehr zu entzerren. Laut Hans Joachim Sistenich, Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) ist „hier die die Kapazität schnell am Ende”. Kritisiert wurde die „Hängepartie” (Höfken) um den Hauptbahnhof Aachen. Die Deutsche Bahn (DB) müsse „schon bald Tatsachen schaffen”.

Drewes forderte einen repräsentativen Bahnhof, der „Image-bildend für die Technologieregion” sein müsse. Dringlich sei auch die Verbesserung der Zugverbindungen mit Belgien über den Buschtunnel mit mindestens zwei Gleisen. Sistenich konnte sich indes des Eindrucks nicht erwehren, dass die DB, um fit für ihren Börsengang zu wehren, immer mehr zu einem Rückbau von Nebenstrecken übergeht.

Regionales Top-Thema bleibt die Euregio-Bahn, die das komplette Dreiländereck anfahren soll. Doch sie wird nur „mit Verzögerung ausgeweitet” (Höfken). Auch eine Fernzug-Verbindung in die Niederlande fehlt bislang.