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Düsseldorf: ver.di plant erste Streiks im NRW-Einzelhandel

Düsseldorf : ver.di plant erste Streiks im NRW-Einzelhandel

Im Einzelhandel von Nordrhein-Westfalen ist in der nächsten Woche mit ersten Streiks zu rechnen.

„Wir planen die ersten Arbeitskampfmaßnahmen für die nächsten Tage”, sagte die ver.di-Verhandlungsführerin Lieselotte Hinz in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Dabei seien keine flächendeckenden Aktionen im ganzen Bundesland, sondern jeweils Streiks in bestimmten Regionen oder in Filialen von bestimmten Unternehmen zu erwarten.

Die Verbraucher sollen stärker als in den Vorjahren über die Hintergründe der Streiks informiert werden. „Wir werden mehr auf die Kunden zugehen”, betonte die Gewerkschafterin.

Dass Geschäfte durch Streiks geschlossen bleiben, sei nach der Erfahrung der vergangenen Jahre unwahrscheinlich. Verbraucher müssten aber mit Einschränkungen rechnen. Das könnten fehlende Waren in dem einen oder anderen Regal, eine fehlende Beratung oder längere Wartezeiten an den Kassen sein.

„Unser Ziel ist es, noch in diesem Sommer einen Tarifabschluss zu bekommen”, erklärte die ver.di-Verhandlungsführerin. Ende Juni hatte ver.di die Tarifverhandlungen für die rund 400.000 Beschäftigten im Einzelhandel von NRW für gescheitert erklärt.

Hinz kritisierte, die Arbeitgeber hätten selbst in der dritten Verhandlungsrunde noch kein Angebot für eine Einkommenssteigerung vorgelegt. ver.di fordert 4,5 Prozent mehr Geld sowie ein Mindesteinkommen von 1500 Euro im Monat.

Die Forderung der Arbeitgeber, erst eine neue Gehaltstabelle mit neuen Eingruppierungen fertigzustellen, sei nicht akzeptabel. Die monatelange Verzögerung käme einer Nullrunde gleich. Auch an den Zuschlägen für Spätdienste und Nachtarbeit halte ver.di fest. „Es gibt überall Zuschläge.”

Beim Thema Flexibilisierung der Arbeitszeit signalisierte Hinz dagegen Verhandlungsbereitschaft. Die Freizeit müsse aber weiterhin für die Beschäftigen planbar bleiben.