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Düsseldorf: Verbraucherzentrale NRW mahnt drei Bausparkassen ab

Düsseldorf : Verbraucherzentrale NRW mahnt drei Bausparkassen ab

Die Verbraucherzentrale NRW geht gegen die Geschäftspraktiken der Bausparkassen vor.

„Was Bausparkassen ihren Kunden insgesamt an Abschluss- und Darlehensgebühren in Milliardenhöhe in Rechnung stellen, halten wir für rechtlich unzulässig”, sagte der Chef der Verbraucherzentrale, Klaus Müller, am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz der Konsumentenschützer in Düsseldorf. Eine gegen drei ausgewählte Bausparkassen gerichtete Abmahnaktion solle nun dieser Praxis ein Ende bereiten. Profitieren davon könnten demnach Millionen Besitzer eines Bausparvertrages.

Mit einem Abmahn- und Musterklageverfahren wolle die Verbraucherzentrale die Rechtmäßigkeit von Bankentgelten und -gebühren überprüfen, berichtete Müller. Eine solche Abmahnung mit Unterlassungsbegehren hätten jetzt drei Institute stellvertretend für die gesamte Branche erhalten: die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die LBS West sowie die Deutscher Ring Bausparkasse.

Rund 31 Millionen Verträge haben die 25 Bausparkassen den Angaben zufolge am deutschen Markt derzeit im Bestand. Dabei müssten die Kunden teilweise zwischen 300 und 480 Euro (1 oder 1,6 Prozent) allein für den Abschluss eines Bausparvertrags bezahlen. Kommt es Jahre später zur Darlehensvergabe, können durchaus weitere 300 Euro an Extra-Gebühren oder als Agio fällig werden. Diese Gebühren habe auch der Bundesgerichtshof (BGH) bereits 2001 in einem Urteil kritisiert, sagte Müller.

Im Jahr 2007 haben rund 1,1 Millionen Bürger in den 54 Beratungsstellen der nordrhein-westfälischen Zentrale um Rat in Verbraucherschutzfragen gebeten. 5,5 Millionen Nutzer nahmen das Onlineangebot der Einrichtung in Anspruch.