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Aachen: Verbände des Handels rücken zusammen

Aachen : Verbände des Handels rücken zusammen

Der Einzelhandels- und Dienstleistungsverband (EHDV) Aachen-Düren orientiert sich zur Rheinschiene. Angepeilt wird eine Fusion mit dem Kölner Verband. Zum 1. Januar 2009 sollen die Händler zwischen Aachen, Düren und Köln unter einem Dach vereint sein.

Das kündigte EHDV-Präsident Herbert Sütterlin am Dienstag bei der Jahresdelegiertentagung in Aachen an.

Unter dem Strich erwartet Sütterlin 2008 für den Handel ein nominales Umsatzplus von zwei Prozent, was einem realen Wachstum von 0,5 Prozent entspräche. Er setzt auf einen „fulminanten Endspurt” in der zweiten Jahreshälfte, so dass „wir auch beim Konsumieren Europameister werden”.

Thema Videoüberwachung: Sütterlin sprach sich angesichts der Vorgänge bei Lidl und anderen Akteuren des Handels für eine differenzierte Bewertung aus. Die Videoüberwachung dürfe nicht dem Ziel dienen, in die Privatsphäre der Mitarbeiter einzudringen.

Angesichts der 433.000 Ladendiebstähle hält er eine „Videoüberwachung der Verkaufsräume und besonders der Kassenzone für vertretbar, wenn „gut sichtbar” darauf hingewiesen werde. Das sei eine Präventionsmaßnahme, die auch der Sicherheit der Beschäftigten im Einzelhandel diene.

In der Diskussion um Preiserhöhung wandte er sich dagegen, dass dem Handel der schwarze Peter zugeschoben werde. „In seinem eigenen Interesse ist der Handel bemüht, Preisstabilität bei seinen Produkten zu gewähren”, versicherte er. Als Drahtzieher für die aktuelle Preisentwicklung machte er Spekulanten „und viele lachende Gesichter an der Börse” aus.

Recht skeptisch beurteilte Sütterlin das seit Ende 2006 in NRW geltende neue Ladenschlussgesetz. Überall sei inzwischen Ernüchterung eingetreten, denn nach einer Verbandsuntersuchung hätten die neuen Öffnungszeiten nur 14 Prozent der Händler einen Umsatzzuwachs gebracht. „Der Rest hatte zwar höhere Kosten durch längere Betriebszeiten, jedoch kein Plus in der Kasse.”