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US-Milliardär schluckt Pro7

US-Milliardär schluckt Pro7

München (an-o/dpa) - Der größte Deal in der deutschen Fernsehgeschichte ist perfekt: Der US-Milliardär Haim Saban hat am Montag den Kaufvertrag für die Senderfamilie Pro7/Sat.1 unterschrieben und die Übernahme von Leo Kirchs Filmarchiv vereinbart.

Künftig ist damit die Hälfte des privaten deutschen Fernsehmarktes in ausländischer Hand. "Sie müssen nicht erwarten, nur noch Hollywoodserien zu sehen", beschwichtigte der schillernde Amerikaner jedoch das Fernsehpublikum, nachdem er persönlich zu den Schlussverhandlungen und der Vertragsunterzeichnung nach München kam.

Wunschpartner für den US-Milliardär ist weiter der französische Privatsender TF1, mit dem Saban in den kommenden Tagen über einen Einstieg in die neben RTL größte deutsche Privatsenderfamilie verhandeln will. Die Franzosen könnten dabei ein bis 50 Prozent an Pro7/Sat.1 erhalten. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, in Branchenkreisen wurde eine Gesamtsumme von rund zwei Milliarden Euro genannt. Zu dem TV-Konzern gehören neben Pro7 und Sat.1 auch die Fernsehsender Kabel 1 und N24. Saban wird über eine neue Tochtergesellschaft 36 Prozent der Aktien und so 72 Prozent der Stimmrechte an dem TV-Konzern übernehmen. Saban ließ offen, ob er auch den freien Aktionären ein Übernahmeangebot macht.

Stabilität geht vor

Saban zeigte sich zuversichtlich, die Senderkette nach einem Gewinneinbruch 2002 wieder auf Wachstumskurs bringen zu können. "Wir sind gut positioniert, sobald die Werbesituation sich wieder verbessert und die Konjunktur im zweitgrößten Medienmarkt der Welt wieder anspringt." Momentan habe aber die Stabilisierung des Geschäfts Priorität.