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TUI macht mit Reisen Minus

TUI macht mit Reisen Minus

Hannover (an-o/dpa/ap) - Der weltgrößte Tourismuskonzern TUI, Hannover, senkt - anders als die Konkurrenz - in der nächsten Saison die Preise nicht.

Deutschland-Chef Volker Böttcher verwies gestern darauf, dass TUI den Versicherungszuschlag nach den Terroranschlägen in den Katalogpreis eingerechnet habe. In einigen Feriengebieten würden Reisen aber günstiger: südliches Afrika um zehn Prozent, Malediven um fünf Prozent und Mexiko um drei Prozent.

Unverändert bleiben die Preise für die Kanarischen Inseln. Für die Türkei, Österreich, Deutschland, Griechenland und Zypern bewegen sich die Preisaufschläge nächstes Jahr im Rahmen der allgemeinen Inflationsrate. Der Umsatz der TUI Deutschland GmbH brach 2001/2002 (31.10) um 8,4 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro ein; die Sommersaison wurde mit einem Umsatzminus von 8,1 Prozent abgeschlossen.

TUI erhole sich mehr und mehr von der Krise der Reiseindustrie, sagte Konzernchef Michael Frenzel. Eine lebhafte Nachfrage in den vergangenen Wochen habe den Umsatzrückstand im Konzern gegenüber der Sommersaison 2001 auf 4,2 Prozent reduziert. Der Konzern rechne in der Touristik mit einem "zufrieden stellenden Ergebnis für 2002".

Die unterschiedlichen Entwicklungen in Europa zeigten, "dass die Buchungszurückhaltung auf Grund der schwachen Konjunktur hier zu Lande ein deutsches und kein europäisches Phänomen ist". Wie die Konkurrenz verlor auch TUI Deutschland vor allem mit Mallorca. Der Umsatz brach im Sommer um 21 Prozent ein. Mallorca ist eines der wichtigsten Ziele, weil die TUI dort zahlreiche Hotelbeteiligungen hält. In der kommenden Saison wird die Insel 1,5 Prozent billiger.

Um die Reiselust zu wecken, bietet TUI mit der Commerzbank jetzt auch Urlaub auf Pump an. Der effektive Jahreszins von variabel 9,75 Prozent sei meist günstiger als der Dispokredit des Girokontos, sagte Böttcher.