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Tröpfchen auf Knopfdruck

Tröpfchen auf Knopfdruck

Aachen (an-o) - In den 70er Jahren fand er heraus, wie ein Tintenstrahldrucker auf Knopfdruck Farbe auf das Papier spritzt, gestern erhielt er den AM-Wissenschaftspreis: Prof. Joachim Heinzl (63) von der Technischen Universität (TU) München.

Wie Heinzl, der mittlerweile über 100 Patente hält, bei der Verleihung sagte, habe er als Siemens-Ingenieur den Druckkopf für das "Drop-on-demand"-Verfahren (Tintentropfchen auf Abruf) nahezu in einer Nacht-und-Nebel-Aktion entwickelt, da der Konzernvorstand diese Technologie nach der Pleite mit einem Datenschreiber auf der Hannover-Messe zu den Akten gelegt hatte.

Von Heinzls Inkjet-Drucker PT 80 verkaufte Siemens schließlich eine Million Exemplare. Noch heute arbeiten alle Tintendrucker nach diesem Prinzip, hob der Laudator, Prof. Frank E. Talke von der University of California, hervor. Das Kernproblem sei damals gewesen: "Es wird verlangt, dass man mit einer Flüssigkeit druckt, die im Druckkopf nie austrocknen darf, die aber auf dem Papier sofort trocken sein soll und nicht verwischt." Heinzl habe diesen "tiefen Widerspruch" gelöst.

Talkes Fazit: "Er ist ein erfolgreicher Erfinder und Wissenschaftler, der mit viel Elan und Freude die Arbeit seiner Mitarbeiter leitet und ein Vorbild für die neue Generation von heranwachsenden Forschern darstellt."

Der Aachener und Münchener Preis für Technik und angewandte Naturwissenschaften, mit 30.000 Euro dotiert, ist ein "Plädoyer für die Wissensgesellschaft", unterstrich der Aufsichtsratschef der AMB Generali Holding AG, Wolfgang Kaske. Ausgezeichnet werde "schöpferisch-technischer Verstand zum Wohl der Allgemeinheit". Nur technische Innovationen könnten die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wiederherstellen, die Reformen des Sozialsystems alleine könnten dies nicht leisten.