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Aachen: Telefonaktion: Was ist die richtige Geldanlage?

Aachen : Telefonaktion: Was ist die richtige Geldanlage?

Was ist die richtige Geldanlage? So niedrig wie heute waren die Zinsen noch nie. Wohin mit dem Ersparten? Bei unserer Telefonaktion zur Geld- und Vermögensanlage standen Doris Robben, Christian Bender, Thomas Bordewin und Tobias Hertel vom Bundesverband deutscher Banken unseren Lesern Rede und Antwort. Ein Auszug zum Nachlesen.

Ende des Jahres erhalte ich 150.000 Euro aus fälligem Festgeld. Es ist mein gesamtes Vermögen. Ich würde das Geld gerne in einzelne Aktien investieren. Was halten Sie davon?

In Aktien investieren sollte man nur den Teil des Vermögens, der langfristig nicht anderweitig benötigt wird. Teilen Sie die 150.000 Euro also lieber auf und behalten Sie eine Reserve für Notfälle. Bei der Aktienauswahl würde ich größere, bekannte Werte bevorzugen. Dabei bitte auch breit streuen und sich nicht nur auf zwei oder drei Aktienwerte beschränken.

Wie hoch ist die Einlagensicherung bei Onlinebanken?

In der Europäischen Union gilt für Onlinebanken ebenso wie für Filialbanken ein gesetzlicher Einlagenschutz von bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank. Höhere Beträge sind in den meisten Fällen durch freiwillige Einlagensicherungssysteme geschützt. Handelt es sich um eine private Bank, können Sie über die Internetseite des Bankenverbandes (www.bankenverband.de) die konkrete Höhe des Einlagenschutzes erfragen.

Ich möchte 25.000 Euro für maximal zwei Jahre anlegen. Empfohlen hat man mir offene Immobilienfonds und Aktienfonds. Was meinen Sie?

Solche Fonds sind für eine langfristige Anlage gut geeignet. Wenn Sie das Geld aber bereits nach spätestens zwei Jahren wieder benötigen, fallen die Kosten (Ausgabeaufschläge) zu stark ins Gewicht, so dass ich in diesem Fall von den Fonds abrate. Bei Aktienfonds kommt noch das Verlustrisiko durch kurzfristige Kursschwankungen hinzu. Bei offenen Immobilienfonds müssen Sie die Rückgabebedingungen wie zum Beispiel Haltefristen beachten.

Für unsere Söhne haben wir jeweils 5.000 Euro auf dem Girokonto angespart. Gibt es bessere Möglichkeiten?

Wenn das Geld kurzfristig verfügbar sein muss, bietet sich ein Tagesgeldkonto an. Kann es langfristig investiert werden, sind Mischfonds oder Aktienfonds geeignet, wenn man Renditechancen nutzen möchte. Hier sollte der Anlagehorizont aber mindestens 5 Jahre sein, und man muss mit Kursschwankungen leben können.

Wie lege ich 220.000 Euro aus einem Immobilienverkauf am besten an? Ich möchte kein Verlustrisiko eingehen und auch nicht langfristig anlegen - Was raten Sie mir?

Überlegen Sie zunächst, wie viel Geld Sie kurzfristig für Notfälle, Reisen usw. benötigen. Diesen Betrag können Sie auf ein Tagesgeldkonto legen. So bleibt das Geld jederzeit für Sie verfügbar. Für das übrige Geld bietet sich Festgeld an, mit verschiedenen Laufzeiten. Sprechen Sie hierzu mit Ihrer Hausbank.

Was halten Sie von einer Immobilie als Geldanlage?

Das hängt vom Einzelfall ab. Entscheidend ist, ob eine Immobilie zu Ihnen und Ihrem Vermögenshintergrund passt. Ob und wie erfolgreich eine Immobilienanlage ist, hängt insbesondere von der Lage und einer langfristig guten Vermietbarkeit ab. Zu berücksichtigen ist, dass Immobilien langfristige Anlagen sind und im Verkaufsfall auch Verluste möglich sein können.

Ich bin 65 Jahre alt und erhalte 100.000 Euro aus einer Versicherung. Soll ich das Angebot für eine Sofortrente annehmen?

Die Sofortrente wird Ihnen lebenslang gezahlt. Wenn Ihnen das wichtiger ist als die freie Verfügbarkeit über das Geld, dann kommt die Rente in Betracht. Wie rentabel das ist, hängt von den Überschüssen der Versicherung ab - und davon, wie alt Sie werden. Statt einer Sofortrente können Sie das Geld natürlich auch entsprechend Ihrer Risikomentalität breit gestreut anlegen. Ihr Bankberater kann Ihnen dabei helfen.

Soll ich auch in Gold anlegen?

Gold ist nicht wertstabil. Es bringt auch keine Zinsen oder andere regelmäßigen Erträge. "Verdienen" lässt sich nur an einem steigenden Goldpreis. Der hat sich zwar in den vergangenen 10 Jahren rund verdreifacht, ist aber in den letzten beiden Jahren wieder deutlich zurückgegangen. Im Rahmen eines breit gestreuten Vermögens kann man Gold mit einem kleinen Teil beimischen.

Kann man mit den niedrigen Zinsen für Sparkonten und Festgeld noch einen Inflationsausgleich erzielen?

Nein. Eine Rendite oberhalb der langfristigen Inflationsrate ist aus heutiger Sicht wohl nur mit Anlagen möglich, für die der Anleger eine gewisse Risikobereitschaft eingehen muss. Hierzu gehören Wertpapiere wie Aktien und Fonds. Suchen sie dazu ein Beratungsgespräch bei Ihrer Bank.

Mein Vermögen besteht fast ausschließlich aus Immobilien: zwei Mehrfamilienhäuser und ein Einfamilienhaus, aber kaum liquide Mittel. Was soll ich tun?

Überlegen Sie, eine Immobilie - die mit geringer Rendite und schlechterer Lage - zu veräußern, um sich so ein Liquiditätspolster zu schaffen.

70.000 Euro Festgeld wird fällig. Man bietet mir für die Neuanlage für ein Jahr 1,5 Prozent. Ist das gut?

Die Kondition für ein Jahr ist gut und liegt deutlich über dem marktüblichen. Prüfen Sie deshalb, welche Risiken mit der Anlage verbunden sind..

Man bietet mir eine Anlage in den EuroStoxx50 an, bei der ich mein Geld jederzeit zu 100 Prozent zurückbekommen würde. Kann das sein?

Das Angebot sollten Sie sorgfältig prüfen. Wenn Sie es nicht vollständig verstanden haben und anhand der Unterlagen die 100-Prozentgarantie nicht ausdrücklich hervorgeht, sollte man besser die Finger davon lassen.