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Aachen: Takeda: Ein Opfer der Gesundheitsreform

Aachen : Takeda: Ein Opfer der Gesundheitsreform

Die Gesundheitsreform und die Verunsicherung der Ärzte haben bei der deutschen Tochter des japanischen Pharmaherstellers Takeda im Geschäftsjahr 2006 ( 31. März 2007) zu einem Umsatzrückgang um knapp sechs Prozent auf 240 Millionen Euro geführt.

„Die Diskussionen um diese Reform haben das Verordnungsverhalten der Ärzte zum Nachteil von Herstellern ethischer Arzneimittel und zum Vorteil von Generika-Anbietern beeinflusst”, kritisierte Takeda Pharma-Geschäftsführer Erich Brunn in einem Gespräch. Für ihn ist es unverständlich, dass man den demographischen Veränderungen allein mit Kostenregulierungen begegnet.

Im Gegensatz zum deutschen Geschäft legte Takeda beim Umsatz weltweit um 7,7 Prozent auf 8,2 Mrd. Euro und beim Gewinn um 7,2 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro zu. Mit 1,2 Mrd. Euro stiegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F + E) auf ein Rekordniveau. Damit kommt Takeda seinem Ziel näher, ein Fünftel des Umsatzes in F + E zu investieren.

Dennoch bekennt sich Takeda ausdrücklich zum deutschen Standort und will dort, wie Brunn ankündigte, den Marktanteil mittelfristig von ein auf drei Prozent steigern. Dieses Ziel gilt auch für den gesamten europäischen Markt. Als Mittel für diese Expansion nannte Brunn neben dem eigenen Wachstum auch Zukäufe, Allianzen und Produktkäufe. Mit Tochterfirmen in Österreich und der Schweiz beschäftigt Takeda 569 Mitarbeiter, davon unverändert ein Fünftel am Standort Aachen.

Die Stärken des größten japanischen Pharmahersteller liegen in der Entwicklung von Herz-Kreislaufmitteln, Diabetiker-Präparaten und Produkten gegen Prostatakrebs.

Traditionell zeigt Takeda weltweit an den jeweiligen Standorten ein starkes gesellschaftliches Engagement. So werden in der Region Aachen zahlreiche soziale und kulturelle Einrichtungen unterstützt. Den Umfang der Sponsorentätigkeit bezifferte Brunn mit einem Betrag „im niedrigen sechsstelligen Bereich”.