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Köln/Aachen: „Stück aus dem Tollhaus bei den Lehrstellen”

Köln/Aachen : „Stück aus dem Tollhaus bei den Lehrstellen”

Am Stichtag 28. November kann in der Region Köln, Aachen und Bonn/Rhein-Sieg von einer „Ausbildungskatastrophe” keine Rede sein.

Zu diesem Ergebnis kommen die drei Industrie-und Handelskammern: In Bonn standen 36 unvermittelten Jugendlichen 85 Lehrstellen gegenüber.

In Aachen war rein statistisch das Verhältnis ausgeglichen. Nur in Köln wurden 200 Jugendliche bisher nicht vermittelt.

Vor diesem Hintergrund wandten sich die drei Hauptgeschäftsführer der Kammern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Köln an die Öffentlichkeit und verurteilten den SPD-Beschluss einer Ausbildungsplatzabgabe als „Geisterdebatte”.

Eine „Geisterdebatte”

„Trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation haben die Unternehmen in unserer Region in ihren Ausbildungsbestrebungen nicht nachgelassen”, erklärte der Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg, Michael Swoboda.

Bis zum 28. November 2003 registrierte die IHK Aachen 3663 abgeschlossene Ausbildungsverträge. Zum Stichtag wurden im Kammerbezirk für die 206 unversorgten Jugendlichen noch 221 Lehrstellen angeboten.

Bürokratie-Aufwand

Bei einem leichten Rückgangs der Neuverträge von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum kritisierte Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes die auf dem SPD-Parteitag beschlossene Ausbildungsplatzabgabe angesichts des ausgeglichenen Lehrstellenmarktes: „Laut Parteitagsbeschluss sollte sie nur dann in Kraft treten, wenn der Ausbildungsmarkt nicht ausgeglichen würde”, so Drewes.

Im Aachener Bezirk sei das jedoch der Fall. „Trotzdem die Wirtschaft nunmehr mit einer Ausbildungsplatzabgabe zu bestrafen, stellt ein Stück aus dem Tollhaus dar.”

Die drei Kammern beklagten die enormen Kosten der geplanten Ausbildungsabgabe. Allein bei den Betrieben würden neben der Strafsteuer selbst durch das Ausfüllen von Erfassungsbögen und Befreiungsanträgen Bürokratiekosten von mehr als zwei Milliarden Euro anfallen.