Aachen: Studieren in Aachen, fliegen in Mönchengladbach

Aachen: Studieren in Aachen, fliegen in Mönchengladbach

Das Studium an der FH Aachen ist eine Art Versicherung für Piloten, ein zweites Standbein. Seit acht Jahren können sich junge Flugbegeisterte nämlich in Aachen zum Piloten ausbilden lassen — und nebenbei noch studieren.

„Flugbetriebstechnik mit Verkehrspilotenausbildung“ heißt der zulassungsfreie Studiengang, der insgesamt vier Jahre dauert: zweieinhalb Jahre Ingenieursausbildung an der FH, danach anderthalb Jahre an der Flugschule. Die Anordnung ist nicht zufällig: „Leute, die einmal fliegen, haben weniger Lust, zu studieren“, sagt Studiengangskoordinator Professor Peter Dahmann.

„Absolventen kommen unter“

Mit ein bis zwei Studierenden sei man vor acht Jahren gestartet, inzwischen sind es zwischen zehn und 20 Pilotenanwärter. Seine Erfahrung: „Die Absolventen kommen unter.“

Dass der Studiengang so klein gestartet ist und noch immer vergleichsweise überschaubar ist, liege vor allem daran, dass die Airlines lange keine Piloten eingestellt hätten, sagt Dahmann. Nun sei ein Mangel in Sicht.

Was außerdem viele abschrecke, seien die Kosten. Während der Studienzeit müssen nur die für NRW üblichen Kosten fürs Semester getragen werden. Die anderthalbjährige Ausbildung an der Flugschule kostet hingegen zwischen 60.000 und 80.000 Euro, sagt Dahmann. Die FH Aachen kooperiert mit einer Flugschule in Mönchengladbach, alle Studierenden haben dort einen Vertrag, bevor sie mit dem Studium starten können. An der Flugschule wird neben Simulationen auch die komplette Flugtheorie gelehrt.

Nach den vier Jahren haben die Studierenden neben der Pilotenlizenz einen „Bachelor of Engineering“ in der Tasche. Sollten sie also irgendwann aus irgendeinem Grund nicht mehr als Pilot arbeiten können, bleibt der Plan B, als Ingenieur zu arbeiten. „Oft können die Leute dann sogar bei derselben Airline unterkommen“, sagt Dahmann.

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