Starker Kundenzuwachs: Sparkasse Aachen setzt weiter auf Filialnetz

Starker Kundenzuwachs : Sparkasse Aachen setzt weiter auf Filialnetz

Die Sparkasse Aachen hat im vergangenen Jahr 3900 neue Privatkunden gewinnen können. Das sind deutlich mehr als in den vorangegangenen Jahren, in denen durchschnittlich 3200 neue Kunden gewonnen werden konnten, wie Sparkassen-Vorstandschef Norbert Laufs bei der Vorstellung der Jahresbilanz sagte.

Demnach sind 65 Prozent aller Privatpersonen und 85 Prozent aller Firmen in der Region Kunden der Sparkasse Aachen. Diese „enorme Marktdurchdringung“ sei die Basis für die gute Entwicklung der Bank, erläuterte Laufs, der ein insgesamt zufriedenstellendes Fazit zog. In nahezu allen Geschäftsbereichen habe die Sparkasse an die sehr guten Vorjahreswerte anknüpfen oder überdurchschnittliche Werte erzielen können.

Von zentraler Bedeutung für die „ausgeprägte Marktpräsenz“ seien die 88 Filialen der Sparkasse in Stadt und Städteregion Aachen, wie Laufs betonte. „Wir stehen zu unseren Geschäftsstellen“, sagte er. „Sie sind und bleiben die Quelle unseres Kundengeschäfts.“ Auch wenn Laufs es nicht selbst thematisierte, ist dieses Bekenntnis sicherlich auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die benachbarte Kreissparkasse Heinsberg erst kürzlich angekündigt hat, zum 1. April rund ein Drittel ihrer Filialen zu schließen, was dort für erhebliche Unruhe gesorgt hatte.

Laufs kündigte demgegenüber an, dass die Sparkasse Aachen künftig ihre Beratungszeiten ausdehnen will. Allerdings soll dies in kleineren Filialen mit einer Reduzierung der Servicezeiten einhergehen. Diese würden ohnehin immer weniger nachgefragt, sagte Laufs. Das bedeutet, dass die Sparkasse künftig mehr terminbasierte Einzelgespräche mit Kunden anbieten und dafür die Präsenz am Schalter einschränken möchte.

Der kontinuierliche Wachstumskurs der Sparkasse Aachen in den vergangenen Jahren hat sich trotz der weiter anhaltenden, schwierigen Niedrigzins-Zeiten auch 2018 fortgesetzt. Die Bilanzsumme ist laut den noch vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 345 Millionen Euro auf nun 11,6 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 3,1 Prozent.

Position in Spitzengruppe

Vier wesentliche Gründe nannte Laufs: Erstens kann die Sparkasse Aachen ein deutliches Plus bei den Kundeneinlagen verzeichnen. Sie stiegen im vergangenen Jahr um 320 Millionen Euro auf rund 8,5 Milliarden Euro (plus 3,9 Prozent). Die bloßen Privateinlagen lagen mit einem Plus von 277 Millionen Euro erstmals über 6 Milliarden Euro. In diesem Zusammenhang verzeichnet die Sparkasse zweitens einen „erfreulichen“ Ausbau des Wertpapiergeschäfts. Drittens bleibt die Sparkasse im Kreditgeschäft weiterhin auf Wachstumskurs, und viertens blickt sie auf eine überdurchschnittliche Ertragslage.

Unterm Strich rechnet die Sparkasse Aachen mit einem Betriebsergebnis von 126 Millionen Euro vor Bewertung (im Jahr 2017: 129 Millionen Euro) und konnte damit ihre Position in der Spitzengruppe der rheinischen Großsparkassen erneut bestätigen. Der Jahresüberschuss wird mit 35 Millionen Euro angegeben (2017: 38,2 Millionen Euro), davon sollen 16,4 Millionen Euro an die Träger ausgeschüttet werden. Die Kernkapitalquote beträgt 21,48 Prozent, die Cost-/Income-Ratio blieb stabil bei 56 Prozent.

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