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Später Traum vom Eigenheim

Später Traum vom Eigenheim

Frankfurt (an-o/dpa) - In der heutigen Arbeitswelt ist Mobilität gefordert. Dann ist zunächst im Traum meist nicht daran zu denken, ein Eigenheim zu bauen oder zu kaufen.

"Die Anforderungen an die berufliche Mobilität sind gestiegen", erläutert Matthias Günther vom Eduard Pestel-Institut für Systemforschung in Frankfurt. Dies trage dazu bei, dass sich der Traum von den eigenen vier Wänden erst später erfülle. "Ein 30-Jähriger, der noch nicht weiß, wo er beruflich landet, wäre verrückt, wenn er sich mit einer Immobilie belasten würde", so der der Leiter der Wohnungsmarktforschung.

"Das hängt auch mit den irrsinnig hohen Transaktionskosten zusammen." Zusatzaufwendungen wie Makler- und Notargebühren sowie die Grundbucheintragung könnten bis zu zehn Prozent der Kaufsumme ausmachen. "Da rentiert sich ein Kauf erst, wenn man seinen endgültigen Wohnort gefunden hat."

Die gestiegene Belastung am Arbeitsplatz trage ebenfalls dazu bei, dass sich der Bau der eigenen vier Wände verzögere. "Eigenarbeit am Haus halten Erwerbstätige bei der Arbeitsverdichtung nicht mehr zusätzlich aus."

An den Wohnungswünschen hätte sich seit den 50er Jahren kaum etwas verändert. "Wohnen ist etwas zentral Wichtiges, dafür ist man auch bereit viel Geld auszugeben", betont Günther.

Allerdings sind die Häuslebauer in spe nicht mehr zu jeder Belastung bereit. "Die Leute wollen sich die eigene Hütte nicht mehr vom Mund absparen." Bei Spätaussiedlern sei dies anders. "Da wird noch Platz für die Oma eingeplant und ihre Rente mitverwendet, man verzichtet ein paar Jahre lang auf den Urlaub und macht viel in Eigenregie - wie bei uns in den 50er Jahren."