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Wegberg/Aachen: Siemens entwickelt fahrerlosen Lkw auf Schienen

Wegberg/Aachen : Siemens entwickelt fahrerlosen Lkw auf Schienen

Mit einem fahrerlosen Lkw auf Schienen will Siemens die Straßen vom Güterverkehr entlasten.

Der in Zusammenarbeit vor allem auch mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen neu entwickelte „Cargo Mover” soll regionale Gütertransporte bis zu 150 Kilometer übernehmen, teilte Siemens mit. Das vollautomatische Schienenfahrzeug mit der Kapazität von zwei Lkw finde seine Strecke mit Daten, die per Mobilfunk übertragen werden.

Die Neuentwicklung, die in drei Jahren marktreif sein soll, sei eine Antwort auf den drohenden Verkehrsinfarkt auf den Straßen.
„Der Cargo Mover ist umweltfreundlich, Energie sparend und trägt zur Entlastung des Straßenverkehrs bei”, nannte Hans Schabert, Bereichsvorstand von Siemens Transportation Systems, am Mittwoch bei der Vorstellung im Prüfcenter Wegberg-Wildenrath die Vorteile. „Innovation ist der Schlüssel zum Erfolg.”

Voraussetzung für den Betrieb sei die Einführung des europäischen Betriebsleitsystems für den Schienenverkehr ETCS. Dieses System ermögliche unter anderem einen dichteren Verkehr auf Bahnstrecken, so ein Siemens-Sprecher.
Der Schienen-Lastkraftwagen könne vom Kunden wie ein normaler Lkw angefordert werden. Der Versender gebe das Fahrziel in den „Cargo Mover” ein und drücke den Startknopf.

Über Mobilfunk nehme das System Kontakt zum Betriebsleitsystem ETCS auf und empfange seine Daten für die Fahrt. Daten aus Laser, Radar und Videotechnik lieferten Signale für die Fahrzeugsteuerung. Werde ein Hindernis erfasst, könne der Schienen-Lkw bei langsamen Fahrten rechtzeitig stoppen.
Die Betriebskosten für den „Cargo-Mover” seien günstiger als beim Straßen-Lkw.

Wegen des geringen Rollwiderstandes verbrauche das vollautomatische Fahrzeug rund 30 Prozent weniger Kraftstoff als ein Lkw. Daneben würden Personalkosten eingespart. Staus und Fahr-Einschränkungen am Wochenende gebe es nicht. Deshalb zeigten auch viele Spediteure Interesse an der Neuentwicklung.