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Aachen: „Schlafenden Riesen wecken”

Aachen : „Schlafenden Riesen wecken”

Im Mai 2004 kündigte Prof. Günther Schuh vom Laboratorium für Werkzeugmaschinen und Betriebslehre (WZL) der RWTH Aachen auf den 11. PPS-Tagen in Aachen einen „Quantensprung” in der Produktionsplanung und -steuerung (PPS) an.

Am Mittwoch verkündete er auf den 12. PPS-Tagen: „Die Lösung heißt myOpenFactory”. Kooperierende Unternehmen, so Schuh, seien erwiesenermaßen bei Umsatzwachstum, Kapazitätsausweitung und Produktivitätssteigerung erfolgreicher als der Branchendurchschnitt.

„Kooperation ist heute das Maß aller Dinge” auch und gerade für kleine und mittelständische Unternehmen. Da international Wettbewerbsvorteile nur noch durch einen „Leistungsvorsprung über die Prozesskette” möglich seien, benötigten überbetriebliche Netzwerke ein zusätzliches Koordinierungswerkzeug, denn die Projekt- und Auftragsabwicklung hier „ist noch eine erhebliche Schwäche”.

Der Quasi-Standard „myOpenFactory”, betonte Schuh, sei „kein Angriff auf ERP-Systeme” und „kein Angriff auf SAP”, den Marktführer für Betriebssoftware aus Walldorf; die Kompatibilität des neuen IT-Konzepts Open Resource Planning (ORP) sei gewährleistet. Geeignet sei es insbesondere für die Einzel- und Kleinserienfertigung.

Der OpenFactory-Standard ermögliche erhebliche Prozesskosteneinsparungen, schnellere Auftragsabwicklung und eine höhere Transparenz im Netzwerk, betonte Schuh, der auch Direktor des Forschungsinstitutes für Rationalisierung (FIR), Aachen, ist. Der Zwang, „in Lieferketten zu arbeiten” („Vom Schaf bis zum Sakko”) werde größer, sagte auch FIR-Geschäftsführer Volker Stich.

Ziel, so Ingo Laqua, Geschäftsführer der CIM GmbH, Aachen, sei es, im Betrieb „mehr Produktivität ohne zusätzliche Investitionen” zu erreichen. „Die Anlagen müssen laufen.”