Umbau zum grünen Stromproduzenten: RWE verdient dank robustem Handelsgeschäft mehr

Umbau zum grünen Stromproduzenten : RWE verdient dank robustem Handelsgeschäft mehr

Der Energieriese will bei erneuerbaren Energien zu einem globalen Marktführer aufsteigen - nach dem Deal mit dem Konkurrenten Eon. Noch aber ist das Geschäft stark Kohle-basiert. Vor dem Umbau zum grünen Stromproduzenten überrascht der Konzern mit mancher Quartalszahl.

Der Energiekonzern RWE hat auf dem angepeilten Weg zu einem der führenden Ökostrom-Produzenten deutlich mehr verdient und von einem überraschend guten Handelsgeschäft profitiert. Bei der Umsetzung des Milliardendeals mit Eon sieht sich RWE weiter „voll im Zeitplan“. Man komme Schritt für Schritt voran, sagte Finanzvorstand Markus Krebber am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Die „neue RWE“ sei in Sicht. RWE steigt nach Abschluss der Transaktion mit Eon nach früheren Angaben zur Nummer drei bei den erneuerbaren Energien in Europa auf und weltweit zur Nummer zwei bei Windkraft auf See.

Derzeit ist das Geschäft von RWE aber noch stark Kohle-basiert. Hier geht die Stromproduktion zurück. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg im ersten Quartal dennoch auf 510 Millionen Euro - nach 299 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen in Essen mitteilte. Die Zahlen fielen besser aus, als vom Markt erwartet. Schon bisher gehört die RWE-Aktie in diesem Jahr mit einem Anstieg um fast ein Viertel zu den besten Dax-Werten.

Das bessere Ergebnis sei vor allem durch ein starkes Handelsgeschäft erzielt worden, hieß es. Im schwankungsanfälligen Energiehandel sei zwischen Januar und März ein operativer Gewinn von 255 Millionen Euro erzielt worden, nach einem leichten Verlust im Vorjahr. Etwas mehr verdient hat RWE auch mit Braunkohle- und Kernkraftwerken. Die Braunkohlestromproduktion ging im ersten Quartal zwar weiter zurück. Die dadurch bedingte geringere Auslastung der Braunkohlekraftwerke konnte RWE durch höhere Großhandelspreise aber ausgleichen. Die Jahresprognose sowie den Dividendenausblick bestätigte RWE. Für 2019 erwartet der Energiekonzern dabei bestenfalls ein stabiles Ergebnis.

Die Zahlen beziehen sich auf die Bereiche Braunkohle und Kernenergie, die europäische Stromerzeugung sowie den Energiehandel - ohne die Tochter Innogy, die derzeit von Eon übernommen wird. RWE will Innogy im Zuge eines groß angelegten Geschäftetauschs an Eon verkaufen und soll im Gegenzug mit knapp 17 Prozent an dem Konkurrenten beteiligt werden. Eon will das Netzgeschäft und den Stromvertrieb von Innogy behalten, die erneuerbaren Energien beider Konzerne sollen unter dem Dach von RWE vereint werden.

Während der RWE betreffende Teil bereits von der europäischen Wettbewerbsbehörde genehmigt wurde, steht dies für Eon noch aus. Die EU-Kommission prüft den Teil vertieft und will bis Ende August darüber entscheiden.

(dpa)
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