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RWE erhöht die Strompreise

RWE erhöht die Strompreise

Essen (an-o/ap/dpa) - Der Energiekonzern RWE will die Strompreise für Privat- und Großkunden zum Jahreswechsel erhöhen. Schon jetzt lässt das Geschäft mit dem Strom die Bilanz des Essener Unternehmens trotz Konjunkturflaute leuchten.

Im ersten Halbjahr 2002 steigerte der Energieriese das betriebliche Ergebnis in der Traditionssparte um 46 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Neben dem Kauf der American Water Works seien zurzeit keine großen Übernahmen geplant, sagte RWE-Chef Dietmar Kuhnt gestern bei der Vorlage der Geschäftszahlen.

Wie stark die Strompreise ab Januar 2003 steigen sollen, stehe noch nicht fest. Gründe für die Erhöhung seien die jüngsten Tarifabschlüsse, die allgemeine Inflation und höhere Kosten.

Dank des Gewinnsprungs im traditionell umsatzstärksten Geschäftsfeld Strom wies der Konzern auch insgesamt eine Steigerung des betrieblichen Ergebnisses um neun Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Euro aus. Leichten Gewinnen in den übrigen Kerngeschäftsfeldern Gas, Wasser und Umweltdienstleistungen standen deutliche Einbußen von rund 46 Prozent im Nicht-Kerngeschäft gegenüber.
Zum Nicht-Kerngeschäft gehörten im Berichtszeitraum noch die inzwischen verkaufte Mineralöltochter Dea, Deutschlands größter Baukonzern Hochtief und die Heidelberger Druckmaschinen. Bis Ende 2003 wolle sich RWE von diesen Bereichen komplett trennen.

Immer internationaler

Mit den jüngsten Übernahmen wird der Essener Energiekonzern immer internationaler: Bereits im kommenden Jahr werde jeder zweite Euro im Kerngeschäft außerhalb Deutschlands verdient, fast jeder zweite RWE-Mitarbeiter sei dann im Ausland beschäftigt, kündigte Kuhnt an. Spitzenpositionen hat RWE bereits in Großbritannien, Tschechien und Ungarn. Auch in den Niederlanden, Österreich und in der Slowakei ist der Konzern aktiv.