RWE-Chef schließt Kündigungen vorerst aus: Dennoch 2700 Jobs gefährdet

RWE-Chef schließt Kündigungen aus - vorerst : Kohle-Aus bedroht 2700 RWE-Jobs

Der RWE-Konzern will sich der Empfehlung der Kohlekommission fügen und prüft nun, den umkämpften Hambacher Forst stehen zu lassen. Der RWE-Chef fordert unterdessen Entschädigung für Kraftwerke und schließt Kündigungen vorerst aus.

„Wir werden prüfen, was technisch mit Blick auf Standsicherheit, Rekultivierung und Wasserwirtschaft möglich ist“, sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz bei der Vorstellung der Bilanz für 2018. Dazu bedürfe es aber einer grundlegend neuen Braunkohle-Planung. So müssten Millionen Tonnen Erde und Tausende Lastwagen für die neue Rekultivierung bewegt werden. „Wirtschaftlich und betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre das also nicht, aber Symbole haben eben ihren Preis“, so Schmitz.

RWE trifft der Ausstieg zuerst

Derzeit gilt im Hambacher Forst ein Rodungsstopp, den hat RWE der Landesregierung bis Herbst 2020 versprochen. Ohne neue Rodungen reicht der Tagebau Hambach noch für drei Jahre, derzeit fährt RWE ihn im Streckbetrieb. RWE wird der Kohleausstieg als erstes treffen: „Uns ist klar, dass RWE den Löwenanteil der rund drei Gigawatt, die allein in der Braunkohle bis 2023 vom Netz sollen, schultern soll“, sagte Schmitz.

Das könnte 2700 der 10.000 Braunkohle-Arbeitsplätze bei RWE treffen. Allein im Tagebau Hambach sind 1400 Mitarbeiter tätig. Um den Mitarbeitern mehr Sicherheit zu geben, verlängert RWE nun den Beschäftigungssicherungsvertrag Switch bis Ende 2024. Damit sind betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland ausgeschlossen.

 Zugleich machte Schmitz ein Preisschild an seine Kraftwerke: Er fordert 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro je Gigawatt Kraftwerkskapazität, die RWE auf Wunsch der Politik vorzeitig stilllegt. Das sei doppelt so viel wie früher, was wegen der Eingriffe in den Braunkohleverbund aber auf der Hand liege.

 Die Bilanz war da fast Nebensache. Der Gewinn (Ebitda) sank um 28 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. In diesem Jahr soll er weiter fallen. Um die Aktionäre bei Laune zu halten, soll die Dividende für 2018 auf 70 Cent je Aktie steigen. 2017 hatte es 50 Cent (plus ein Euro Sonderdividende) gegeben.

Insgesamt schüttet RWE 85 Millionen Euro an die Kommunen aus, die 20 Prozent der RWE-Aktien halten. Die Aktie stieg.

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