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Bonn: Reisebüros stehen harte Zeiten bevor

Bonn : Reisebüros stehen harte Zeiten bevor

Die deutschen Kartellwächter haben keine Einwände dagegen, dass die Lufthansa den Reisebüros die Ticketprovision streicht.

Das Bundeskartellamt entschied nach mehrmonatiger Prüfung, in dieser Frage kein Untersagungsverfahren gegen die Kranich-Airline einzuleiten, wie Behördenpräsident Ulf Böge am Montag in Bonn mitteilte. „Das künftig vom Kunden direkt zu erhebende Service-Entgelt führt zu mehr Transparenz und zu Preis- Wettbewerb unter den Reisebüros.”

Die Lufthansa hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, ab September 2004 den Flugpreis einschließlich Steuern und Gebühren als Nettopreis aufzuführen. Die Airline will es dann den Reisebüros überlassen, ob sie von ihren Kunden Geld für die Ausstellung des Tickets verlangen.

Dagegen hatte die Branche mit dem Argument protestiert, dass die einzelnen Reisbüros ihren Kunden unmöglich noch eine zusätzliche Servicegebühr erläutern könnten. Erst Mitte Juli hatte der Deutsche Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) deswegen beim Landgericht Köln Klage erhoben.

Ob den Reisebüros aus handelsrechtlichen Gründen ein Anspruch auf Vergütung zusteht, falls sie unverändert als Handelsvertreter für Lufthansa tätig sind, sei bei der kartellrechtlichen Bewertung offen gelassen worden, erklärte die Bonner Behörde. Zwar verändere die Neuregelung der Lufthansa „zweifellos die wirtschaftlichen Bedingungen in der Reisebüro-Branche”, erläuterte Böge.