Reifenhersteller Continental streicht Stellen

Nach Gewinneinbruch : Continental will Jobs streichen

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental sieht sich angesichts der Lage auf den Automärkten zu harten Einschnitten gezwungen. Nach dem jüngsten Gewinneinbruch will das Unternehmen Stellen streichen.

Zudem sollen Investitionen in Technik für den Verbrennungsmotor gekappt werden. „Derzeit ist das Marktumfeld sehr herausfordernd“, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart. „Auf den rückläufigen Markt reagieren wir mit strenger Kostendisziplin und Erhöhung unserer Wettbewerbsfähigkeit.“

Die Unternehmensleitung habe dem Aufsichtsrat ihre Strategie dargelegt. Der daraus entstehende Handlungsbedarf werde nun mit den Arbeitnehmervertretern besprochen. Es sei noch nicht abzusehen, wann Entscheidungen fielen, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer zu Medien: „Wir müssen unsere Kosten weiter anpassen.“ Wie viele Stellen dem womöglich zum Opfer fielen, sei jetzt Gegenstand von Diskussionen.

Die Autoproduktion sei im zweiten Quartal im Jahresvergleich um sieben Prozent gesunken, in Contis Hauptmärkten sogar um neun Prozent, sagte Schäfer. Zu den anstehenden Maßnahmen gehöre die Überprüfung des Portfolios. Mögliche Verkäufe wollte er weder bestätigen noch ausschließen.

Bereits im ersten Halbjahr fuhr der weltweit zweitgrößte Autozulieferer die Mitarbeiterzahl nach Angaben von Schäfer etwas herunter, wenn Zukäufe herausgerechnet werden. Zur Jahresmitte beschäftigte Conti 244.615 Mitarbeiter. Einen Anpassungsschritt geht Continental bereits in der Antriebssparte, die der Konzern kommendes Jahr an die Börse bringen will.

Das Continental-Reifenwerk in Aachen-Rothe Erde. Foto: MANFRED KISTERMANN

Auf die maue Nachfrage nach Komponenten für den Verbrennungsmotor will Conti reagieren, indem die Investitionen in den Bereich zurückgefahren werden. Neue Aufträge hierfür würden künftig eine geringere Rolle in dem Unternehmensteil spielen. Auf dem Prüfstand steht zudem das Geschäft mit der Abgasnachbehandlung. Verstärkt werden soll hingegen der Fokus auf Elektroantriebe. Spartenchef Andreas Wolf will den schneller als erwartet wachsenden Markt rund um Hybridantriebe und Elektrifizierungssysteme nutzen.

Im zweiten Quartal hatte die Sparte mit der Antriebstechnik es insgesamt schwer. Der Umsatz ging bereinigt um Zukäufe und Wechselkursschwankungen zurück, das operative Ergebnis fiel gleich um 40 Prozent auf nur noch 72,5 Millionen Euro. Am Vortag hatte auch der vor Conti weltweit größte Autozulieferer Bosch angekündigt, dass die schwächere Nachfrage vor allem nach Dieselmotoren Stellen kosten werde.

(dpa)