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Berlin: Privatbrauereien gegen Gentechnik im Bier

Berlin : Privatbrauereien gegen Gentechnik im Bier

Die deutschen Privatbrauereien warnen vor der Gefahr, dass im Zuge der anstehenden Novellierung des Gentechnikgesetzes genveränderte Rohstoffe ins Bier gelangen könnten.

„Die mittelständische Brauwirtschaft will auch künftig keine Gentechnik in deutschem Bier und lehnt die Verwendung gentechnisch veränderter Braurohstoffe deshalb entschieden ab”, sagte der Bundesgeschäftsführer des Verbandes Private Brauereien Deutschland, Roland Demleitner, am Montag in Berlin. Das Reinheitsgebot für Bier von 1516 und die Verwendung gentechnisch veränderter Rohstoffe schlössen sich aus.

Gentechnisch veränderte Braurohstoffe brächten für die Brauwirtschaft und die Verbraucher keine Vorteile, sondern schafften Risiken, die nicht kalkulierbar und völlig unnötig seien. Zwar gebe es derzeit in Deutschland noch keine Zulassung für gentechnisch veränderte Braurohstoffe wie Braugerste, Brauweizen oder Hopfen. Jedoch fänden bereits Freilandversuche mit gentechnisch veränderter Gerste sowie gentechnisch verändertem Weizen statt.

Die von der Regierung vorgeschlagene Novellierung des Gentechnikgesetzes ziele darauf ab, die Gentechnik auch in Deutschland voranzutreiben. „Dies wird zwangsläufig zu einer Gefährdung des gentechnikfreien Anbaus von Braugerste und -weizen führen, wenn nicht tatsächlich ausreichende Sicherheitsvorschriften für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen und klare Haftungsregeln für die Erzeuger gelten”, warnte Demleitner. Dies sei in dem bisherigen Entwurf allerdings nicht gewährleistet.

So müsse ein ausreichender Mindestabstand von 300 Metern zwischen Flächen mit gentechnisch veränderten und gentechnikfreien Pflanzen festgelegt werden, um Verunreinigungen konventionell angebauter Kulturen zu vermeiden, fordert der Verband, der bundesweit über 800 unabhängige Brauereien und damit rund zwei Drittel der deutschen Braustätten vertritt.

Zudem müsse es bei einer strengen Haftung der Erzeuger von gentechnisch veränderten Pflanzen bleiben. Handlungsbedarf sieht der Verband zudem bei den Transparenz- und Kennzeichnungsregeln für gentechnisch veränderte Produkte.