Präsident Dieter Philipp macht den Aachener Betrieben Mut

Herbst-Vollversammlung der Handwerkskammer Aachen : Fachkräftemangel? Jammern und klagen hilft nicht.

Die duale Ausbildung genießt nun auch bei der OECD einen höheren Stellenwert. Das freut die Handwerkskammer Aachen.

Mit einer klaren politischen Positionierung hat Dieter Philipp, Präsident der Handwerkskammer Aachen, am Mittwoch die Herbst-Vollversammlung der Kammer in Inden eröffnet. Philipp stellte sich ausdrücklich hinter die Resolution des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, die sich gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus abgrenzt. Und er schlug den Bogen noch weiter, nämlich in Richtung Europäische Union. „Europa darf uns nicht gleichgültig sein“, sagte Philipp. Dazu gehöre aber auch, dass regional zu regelnde Fragen auch tatsächlich von den Ländern und Regionen geregelt würden. Das Handwerk jedenfalls lasse sich nicht durch komplizierte Vorgaben „bevormunden“ – Stichwort Tachografenpflicht, Dienstleistungspaket und Arbeitnehmerentsendung.

Mit großer Genugtuung hat Philipp zur Kenntnis genommen, dass die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem jüngsten Bildungsbericht der beruflichen Ausbildung endlich den Stellenwert beimesse, der ihr zukomme, nachdem lange das Studium als „Königsweg beruflicher Qualifizierung“ propagiert worden sei. Am latenten Problem des Fachkräftemangels und unbesetzter Lehrstellen werde das zwar kurzfristig nichts ändern, aber immerhin sei damit eine „Kehrtwende“ in der Wahrnehmung vollzogen. Philipp rief die Betriebe in der Region dazu auf, nicht zu „jammern und zu klagen“. Denn: „Man kann etwas gegen das Problem tun.“ Einige Chefs machten es bereits vor: mit übertariflicher Bezahlung, mit Tankgutscheinen oder Jobtickets. Mit einem „guten Arbeitsklima“ und „familienfreundlichen Lösungen bei der Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen“ warteten die meisten Betriebe sowieso auf.

Den Fachkräftemangel bekommen übrigens auch die Kunden derzeit zu spüren: Da die Auftragsbücher – sehr zur Freude der Betriebe – gut gefüllt sind, dauert es im Schnitt sieben Wochen, ehe Handwerker einen Auftrag abarbeiten können.

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