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Plus mit Ganzjahresgebäck

Plus mit Ganzjahresgebäck

Düsseldorf (an-o) - Die Süßwarengruppe Lambertz, Aachen, wächst mit Ganzjahresgebäck. Mit einem Umsatzplus von 10,1 Prozent auf 378,8 Millionen Euro wurde der Branchendurchschnitt in 2001/02 (30.6) übertroffen.

Dies sagte Lambertz-Chef Hermann Bühlbecker am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf. Er erwartet, dass Ganzjahresgebäck den Umsatzanteil der Saisonartikel (Printen, Lebkuchen usw.) weiter zurückdrängen und statt derzeit 58 Prozent "in einigen Jahren 70 Prozent" der Erlöse ausmachen wird. Allerdings seien unter dem Strich zweistellige Wachstumsraten künftig wohl eher die Ausnahme. Realistischer sei angesichts der Stagnation auf dem deutschen Backwarenmarkt eher ein jährliches Umsatzplus von sechs bis sieben Prozent.

Mit der Ertragsentwicklung ist Bühlbecker "nicht zufrieden". Gründe seien die Explosion der Rohkakao-Preise und teurere Verpackungsmaterialien.

"Grenzen der Möglichkeiten" erreicht

Neben den erfolgreichen Firmenzukäufen der vergangenen Jahre führte Firmenchef Bühlbecker die Umsatzsteigerung auch auf die erfolgreiche Weiterentwicklung des Sortiments zurück. Im Saisongeschäft sei der Konzern jedoch nach seiner Einschätzung "an den Grenzen der Möglichkeiten" angekommen. Das Unternehmen setze daher auf den Ausbau des saisonunabhängigen Sortiments. Die drei Kernunternehmen der Lambertz-Gruppe, die Henry Lambertz GmbH & Co. KG sowie ihre Tochterunternehmen Heemann und die Feinbäckerei Otten, erzielten im zurückliegenden Geschäftsjahr bereits 58,3 Prozent ihres Umsatzes mit Ganzjahresartikeln wie Kuchen und Gebäckmischungen. Ihr Anteil solle in den kommenden Jahren auf mehr als 70 Prozent gesteigert werden, kündigte Bühlbecker an.

Weitere Potenziale erschlossen

Durch die Übernahme des Alzenauer Marzipan- uns Pralinenherstellers Otto Scharschmidt im April des Jahres habe sich der Konzern weitere große Potenziale erschlossen. Auch das Auslandsgeschäft (2001/02: +10,5 Prozent) solle langfristig stärker wachsen, sagte Bühlbecker. Dennoch richtet sich der Chef des 1688 gegründeten Traditionsunternehmens offenbar darauf ein, in Zukunft kleinere Printen zu backen. Auf Grund der schwierigen Situation am deutschen Backwarenmarkt sei die Unternehmensstrategie darauf ausgerichtet, die derzeitige Position zu halten. Das Wachstum werde dauerhaft vermutlich nicht mehr zweistellig ausfallen, sagte Bühlbecker. Problematisch sei derzeit die Entwicklung des Kakaopreises.