Neujahrsempfang der IHK Aachen: Grüttemeier will auf Tourismus setzen

IHK-Neujahrsempfang : Die Region setzt auf Tourismus

Es waren keine 99 Thesen, und er hat sie auch nicht an eine Schlosskirche genagelt. Aber fünf Thesen zum Tourismus in der Region hat Städteregionsrat Tim Grüttemeier beim Neujahsrempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen im Alsdorfer Energeticon dennoch formuliert.

„Sie sind heute Teil einer Premiere“ – so begrüßte IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting die Gäste im Energeticon. Erstmals hatte die Kammer gemeinsam mit den Tourismusverbänden der Region eingeladen. Mit den Partnern Aachen Tourist Service, Düren Tourismus, Heinsberger Land, Nordeifel Tourismus und Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) wurde der Abend zu einem echten Branchentreffen.

Apropos Branche: Keine Branche im Kammerbezirk habe mehr Beschäftigte, erläuterte Rötting. Die 10.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und die weiteren 14.000 geringfügig Beschäftigten in Tourismus und Gastronomie trügen zu einem jährlichen Umsatz zwischen 1,8 und 2 Milliarden Euro bei, bemühte Rötting die Statistik. „Damit liegt der Tourismus zwischen Elektro- und Papierindustrie“, ordnete Rötting weiter ein.

Gastredner Tim Grüttemeier (CDU), seit 1. Januar als Städteregionsrat im Amt, unterstrich, dass die Region vom Trend zum Urlaub in Deutschland profitieren wolle. Mit jeweils deutlich zweistelligen Zuwachsraten bei Gästen und Übernachtungszahlen in den vergangenen fünf Jahren sei der Anfang gemacht.

Daraus leitete Grüttemeier gleich seine erste These ab: „Unsere Region ist attraktiver für Touristen geworden“, erklärte er und schob das „Aber“ gleich hinterher. Die Anforderungen würden ständig steigen, „Premium ist heute gefragt“.

Womit er bei These 2 war: „Auf die Qualität kommt es an.“ Die Städteregion lege dabei den Fokus klar auf das Thema Radtourismus – ein Weg, den auch der Kreis Heinsberg bereits konsequent beschreitet.

These 3 des Städteregionsrates verwunderte daher nicht: „Der Radtourismus hat die höchsten Wachstumsraten.“ Da Radurlauber sich innerhalb größerer Räume bewegen, mahnte Grüttemeier zu gemeinsamen Projekten. „Aus einem Guss vermarkten“,laute die Devise, etwa die Industriegeschichte wie im Zinkhütter Hof oder dem Energeticon noch besser in die Angebote integrieren.

Stichwort Zusammenarbeit und Vernetzung: Als vierte These forderte Grüttemeier, die „Erlebnisregion Aachen Eifel“ stärker zu profilieren. Er sehe durchaus noch Potenzial, Besucher der Stadt Aachen besser darauf hinzuweisen, dass sie auch einen Abstecher in den Nationalpark Eifel machen können.

Die Städteregion wolle künftig personell und finanziell stärker in den Tourismus investieren, kündigte der Städteregionsrat an. Denn, so lautete These 5: „Tourismusförderung lohnt sich, sie hilft, den Strukturwandel zu bestehen.“

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