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Aachen/Lüttich: Neuer Schwung für Kooperationen im Dreiländereck

Aachen/Lüttich : Neuer Schwung für Kooperationen im Dreiländereck

Startschuss für das „Top-Technologie-Cluster” (TTC): 19 Unternehmens-Netzwerke, Universitäten und Entwicklungsagenturen aus sieben Regionen der Euregio wollen mit dem Projekt die technologieorientierte Zusammenarbeit von Unternehmen im Dreiländereck stärken.

Das Cluster wurde am Donnerstag vor rund 200 Gästen in Lüttich vorgestellt und ist mit einem Volumen von fünf Millionen Euro das größte im Rahmen der aktuellen Programmphase geförderte Interreg-Projekt in der Euregio Maas-Rhein.

„Wenn es um das wissenschaftlich-technologische Potenzial geht, können die Regionen der Süd-Niederlande, des östlichen Belgiens und des westlichen Nordrhein-Westfalens sehr gut Ergebnisse vorweisen. Es mangelt jedoch nach wie vor an der wirtschaftlichen Verwertung dieses Potenzials, erst recht über Ländergrenzen hinweg”, sagt Projektleiter Ralf P. Meyer von der regionalen Wirtschaftsförderungsagentur Agit. „Die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg bietet bislang vielfach ungenutzte Möglichkeiten, Kooperationen einzugehen und Neugeschäfte zu generieren.”

Eine internationale Benchmarking-Studie hat ergeben, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den Bereichen Life Sciences,Informations- und Kommunikationstechnik, Energie und Neue Materialien besonders aussichtsreiche Perspektiven bietet. Durch gezielte Netzwerk-Veranstaltungen und Workshops will das Cluster technologieorientierte Unternehmen zusammenbringen. „Darüber hinaus können die Unternehmen aber auch auf weitere Unterstützung in Form von Know-how, Service und ersten kleinen Finanzierungsanreizen zählen”, sagt Meyer. „Wir helfen so den euregionalen Technologie-Unternehmen, aus einer Idee oder einem Konzept ein konkretes gemeinsames Projekt zu machen.”

Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass es für Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze schwierig ist, miteinander effektive und dauerhafte Partnerschaften aufzubauen. Die bisherigen Interreg-Projekte seien oft nicht schlagkräftig genug gwesen, um angesichts der administrativen, rechtlichen und finanziellen Hürden grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Firmen nachhaltig zu stimulieren. „In dieser Hinsicht ist TTC ein sehr ehrgeiziges Projekt, mit dem wir hoffen, für unsere Region einen Durchbruch und damit nachhaltige wirtschaftliche Netzwerke und neue Arbeitsplätze zu schaffen”, gibt sich Meyer optimistisch.

TTC ist eingebettet in die Initiative „Top Technologie-Region” (TTR), mit der die Regionen Noord-Brabant, Limburg (beide Niederlande), Vlaams-Brabant, Limburg, Lüttich (alle Belgien) sowie westliches NRW/Aachen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Innovation intensiv fördern wollen. Dabei geht es nicht nur um wirtschaftliche Kooperationen und Projekte, sondern auch um die Verbesserung der grenzüberschreitenden Rahmenbedingungen.