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Niederzier: Neue Mitte hat starke Anziehungskraft

Niederzier : Neue Mitte hat starke Anziehungskraft

Das Ziel ist ehrgeizig: Binnen Jahresfrist soll das Versorgungs- und Dienstleistungszentrum der „Neuen Mitte Niederzier” bereits seine Pforten öffnen, vom Vollsortiment-Supermarkt (Edeka oder Rewe) über einen Discounter bis hin zum Drogeriemarkt, Fachgeschäft oder Café.

Das Weihnachtsgeschäft 2010 wollen sich einige der künftigen Mieter zum Start offenbar nicht entgehen lassen. Und weil die Zeit drängt, legte der Niederzierer Gemeinderat am Mittwochabend eine Extraschicht ein, um mit der Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan endgültig die Weichen für das größte Infrastrukturprojekt der Gemeinde Niederzier der vergangenen Jahre zu stellen.

Der Investor, die Schlun Real Estate aus Gangelt-Niederbusch, steht Gewehr bei Fuß, um in einem ersten Schritt das Areal für das Versorgungs- und Dienstleistungszentrum an der Kreisstraße 2 zwischen Niederzier und Oberzier von RWE Power zu erwerben.

„Wir erwarten, dass der Kaufvertrag noch im Oktober unterschrieben wird”, erklärte Marcel Martin von RWE Power den Ratsmitgliedern und versicherte, dass bei der Bauausführung - wie vom Rat gefordert - eine optisch ansprechende Gestaltung vertraglich fixiert werde.

Die Nachfrage nach Räumen im neuen Zentrum ist angesichts des attraktiven Einzugsbereichs von mehr als 10000 Einwohnern entlang der Achse Hambach-Niederzier-Oberzier-Ellen trotz Wirtschaftskrise offenbar ungebrochen groß.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der ursprünglich anvisierte Flächenbedarf für Handel und Dienstleistung offenbar nicht ausreicht. „Wir haben auf Wunsch des Investors bereits mit der Bezirksregierung nachverhandelt”, versuchte Bürgermeister Hermann Heuser Sorgen aus Reihen der Ratsopposition zu zerstreuen, die „Neue Mitte” könnte zur „leeren Mitte” werden.

Martin sprach beispielsweise von sehr weit gediehenen Gesprächen mit dem Lendersdorfer Krankenhaus, ein Ärztehaus mit verschiedenen Fachärzten (Gynäkologe, Kinderarzt und mehr) zu integrieren. Und Bürgermeister Heuser verwies auch auf großes Interesse von Gewerbetreibenden aus der Gemeinde, sich in der „Neuen Mitte” anzusiedeln.

In den nächsten Tagen will Heuser nun persönlich zur Kölner Bezirksregierung fahren, um die endgültige Genehmigung für das Projekt einzuholen. Dann könnten bereits Anfang des kommenden Jahres die Bagger anrollen.

Bis dahin will die Politik auch in einem kleinen Architekturwettbewerb Vorschläge zur Gestaltung des zentralen Platzes einholen, der das Dienstleistungs- und Versorgungszentrum vom Wohngebiet der „Neuen Mitte” mit geplanten 65 Wohnhäusern trennen soll.

Ziel ist es, den zentralen Platz so zu gestalten, dass er auch außerhalb der Geschäftzeiten von der Bevölkerung aus beiden angrenzenden Orten angenommen wird, beispielsweise durch attraktive Außengastronomie.

Für diesen Bereich wartet die Gemeinde noch auf die Genehmigung der Unteren Wasserbehörde beim Kreis, einen weitgehend trockenen Bachlauf über rund 50 Meter kanalisieren zu dürfen. Er soll unter dem zentralen Platz verschwinden.