Köln/Aachen: Mitarbeiter der Kölner Ford-Werke bangen um Arbeitsplätze

Köln/Aachen : Mitarbeiter der Kölner Ford-Werke bangen um Arbeitsplätze

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sorgt sich um den Ford-Standort Köln. Der zweitgrößte US-Autobauer plant laut der britischen Zeitung „Sunday Times“, in Europa bis zu 24.000 Stellen zu streichen.

Bereits im April dieses Jahres hatte Ford angekündigt, bis 2020 25,5 Milliarden Euro einsparen zu wollen. Bis Ende Juni verschlechterte sich das operative Ergebnis im Jahresvergleich um 195 Millionen Dollar, letztlich fiel ein Quartalsverlust von 73 Millionen Dollar (64 Millionen Euro) an. Auch für das Gesamtjahr 2018 erwartet Ford in Europa nun ein Minus. In der Europa-Zentrale in Köln muss man sich wohl auf harte Einschnitte gefasst machen.

Andere Themenfelder

Eine Sprecherin der Kölner Ford-Werke bezeichnete die im den Bericht der „Sunday Times“ genannten Zahlen indes als „reine Spekulation“. Nach einem Bericht der „Kölnischen Rundschau“ ist Oberbürgermeisterin Reker mit Ford-Werke-Chef Gunnar Herrmann im Gespräch. Die aktuellen Entwicklungen bei den Werken nehme sie sehr ernst, sagte sie der Zeitung. Ford beschäftigt in Köln 18.500 Mitarbeiter.

Beim Ford Forschungszentrum in Aachen, wo rund 260 Menschen arbeiten, rechnet man derweil nicht mit dem Verlust von Arbeitsplätzen. Das sagte die Sprecherin des Forschungszentrums, Monika Wagener, am Donnerstag auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir betreiben weltweit Forschungsprojekte und sind marktübergreifend tätig.“

Es könne aufgrund von neuen Technologietrends zu Verschiebungen der Themenfelder kommen. „Ein völlig normaler Vorgang“, sagt Wagener. So sei man trotz intensiver Beschäftigung mit Hybridantrieben und Elektrifizierung nach wie vor bei der Verbesserung starker Dieselmotoren in der Verantwortung. Gleichfalls spiele der Bereich der Fahrassistenz eine große Rolle — auch das vollautomatische Fahren, wobei der Entwicklungsschwerpunkt dabei in den USA liege. „2021 kommt die erste Flotte auf den Markt“, prognostiziert Wagener.

Mensch und Maschine — eine „Beziehung“, mit der man sich in Aachen intensiv befasse. „Wie kommuniziert das Auto mit dem Fußgänger?“ ist eine von vielen Fragen. Wenn Monika Wagener von „Level II“ spricht, dann meint sie zum Beispiel ein aktives Einparksystem, bei dem der Fahrer nur noch einen Knopf drückt beziehungsweise aussteigt und in einem nächsten Schritt per Smartphone die Anweisung zum Einparken gibt. „Diese Bereiche werden an Bedeutung zunehmen, Forschung und Vorentwicklung sind extrem wichtig“, sagt die Managerin. „Warum sollte man also Stellen abbauen?“

(dpa/sar)
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