Aachen: Mit Technik und Kreativität auf dem Erfolgsweg: Oliver Grün

Aachen: Mit Technik und Kreativität auf dem Erfolgsweg: Oliver Grün

Der Mann ist so etwas wie ein Vorzeige-Mensch. Auf jeden Fall, wenn es um Mut, Risikofreude, Energie, Existenzgründung geht. Oliver Grün hat bereits mit Beginn seines Studiums sein Unternehmen gegründet. Nicht mal eben nebenbei, sondern gut geplant. Die Grün AG ist jung geblieben.

Seit 20 Jahren vermarktet die Grün AG Software-, IT-Service- und Werbeagenturleistungen für Unternehmen, Institutionen, Organisationen. Die Palette reicht vom Kolpingwerk über Karlheinz Böhms „Menschen für Menschen” bis zu Eintracht Frankfurt.

Die Internet-Softwareprodukte sind die Basis zahlreicher Webseiten, Communitys und Internetportale. 1989 gründete Oliver Grün das Softwareunternehmen als Einzelfirma. Seit dem Jahr 2000 ist die Firma eine Aktiengesellschaft, die zu 100 Prozent Oliver Grün gehört. Die Zahl der Mitarbeiter steigt kontinuierlich, 2007 waren es 40, zwei Jahre später schon 60. Für Oliver Grün ist völlig klar, dass Unternehmen im Online-Bereich eine gute Zukunft haben. „Online hat eine grandiose Perspektive, die Verschiebung wird stattfinden, daran führt überhaupt kein Weg vorbei.”

Für ihn ist es entscheidend, dass Technik und Kreativität eine erfolgreiche Verbindung eingehen. Das können durchaus verschiedene Welten sein, wenn sie zusammenfinden, wird etwas Vernünftiges daraus. „Wir wollen nicht nur Technik liefern, sondern unseren Kunden ein Komplettangebot machen.” Das kann dann Backoffice-Aktivitäten ebenso umfassen wie Ideen aus der eigenen Werbeagentur „giftGRÜN”. Auch der Aufbau einer Community, wie sie jetzt aktuell beim in seiner Mitgliederstruktur eher konservativen Kolpingwerk erfolgt, gehört zu den Herausforderungen von Grün.

Oliver Grün sieht in solchen Projekten klare Beweise dafür, dass sich am Markt „unheimlich viel ändern wird”. So werde der gesamte Internet-Bereich ein „hoch spannender Zielmarkt für die über 60-Jährigen”. Die so genannten „Silver-Surfer” gehören nicht nur zu den großzügigsten Spendern der Republik, sondern gelten längst als interessante einkommensstarke Konsumenten. Grün: „Das ist die am stärksten wachsende Internet-Gruppe.”

Derzeit werden in Deutschland nur drei bis fünf Prozent der Spenden online überwiesen. Haupterlösquelle ist immer noch - mit einem Drittel der Spenden - das klassische Mailing per Brief. Grün: „Das wird sich irgendwann ändern, auch in diesem Bereich kommt der Online-Markt, wir sind da gut aufgestellt.”

Das Unternehmen ist mehrfach ausgezeichnet worden, so 1995 mit dem Software Marketing Award für sein überzeugendes Servicekonzept. Damals hatte die Firma acht Mitarbeiter. 2006 erhielt die Grün AG eine Auszeichnung beim Innovationspreis für Wissensmanagement der Initiative Mittelstand.

Ein Meilenstein in der Firmengeschichte war 2002 die Entwicklung einer Software für das Deutsche Rote Kreuz Sachsen während des Elbe-Hochwassers, weltweit entstand das erste Katastrophenmanagement-System, über das Spendengelder in Höhe von rund einer Milliarde Euro verteilt wurden.

Eigentlich sollte Oliver Grün das Ingenieurbüro seines Vaters in Mülheim/Ruhr übernehmen und studierte deshalb Bauingenieurwesen in Aachen. Eine Stadt, die er sofort schätzen lernte, und für ihn war es nie eine Frage, die Zentrale seines Unternehmens in einer anderen Region anzusiedeln.

Sein erster Auftraggeber als Softwareentwickler schon zu Abiturzeiten war der Turn- und Rasensportverein Remscheid-Süd. Für 1000 Mark entwickelte er die Vereinsverwaltung auf dem PC. Das Studium führte er zu Ende, die Firma war da längst auf einem Erfolg versprechenden Weg, das Ingenieurbüro musste ohne ihn auskommen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen und die Aachener Zeitung laden am Montag, 19. April, zum Forum „Unternehmen in der Technologieregion Aachen” ein. Los geht es um 18.30 Uhr im IHK-Foyer, Theaterstraße 6 - 10 in Aachen. Die Aachener Firma Grün Software AG präsentiert Vorstand Dr. Oliver Grün unter dem Motto „Technik und Ästhetik aus einem Guss”. Im Anschluss daran stellt er sich den Fragen von AZ-Chefredakteur Bernd Mathieu. Wir bitten interessierte Leserinnen und Leser um Anmeldung unter 0241/5101-320, chefredaktion@zeitungsverlag-aachen.de per E-Mail, Fax 0241/5101-360.

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