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Aachen: Meister in der Region machen höhere Umsätze

Aachen : Meister in der Region machen höhere Umsätze

Das regionale Handwerk ist „gut über den Winter gekommen”. Der Aufschwung hat an Breite gewonnen, immer mehr Meister machen höhere Umsätze.

Das ergibt sich aus der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer (HWK) Aachen. Doch ist die Aufwärtsentwicklung noch immer nicht nachhaltig, weil die Investitionsneigung in den gut 15.500 Betrieben zwischen Erkelenz und Euskirchen auf niedrigem Niveau verharrt.

Wie HWK-Hauptgeschäftsführer Ralf W. Barkey am Dienstag erläuterte, hätten zwar seit Herbst 2004 immer mehr Betriebe ihre Investitionspläne ausgeweitet, doch insgesamt sei die Bereitschaft, neue Maschinen zu beschaffen oder den Fuhrpark zu erweitern, gering. Auch künftig zeichne sich hier nur ein „leichter Anstieg” ab. Nach der Umfrage bezeichnen 78 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als befriedigend oder gut.

80 Prozent erwarten laut Umfrage, dass die Entwicklung im Sommerhalbjahr zumindest zufrieden stellend verlaufen wird.

„Im Prinzip hoffen alle auf eine Wiederholung der Sommerrallye des letzten Jahres - mit einem kleinen Zuschlag”, hieß es.

Bestimmend für die konjunkturelle Belebung seien die milde Witterung, das aufgehellte Konsumklima und der große Auftragsvorlauf wegen der Mehrwertsteuerhöhung zum Jahreswechsel gewesen. Sehr gut läuft es weiterhin in den Gewerken für den gewerblichen Bedarf. Metallbauer, Elektromaschinenbauer, Feinwerkmechaniker und Kälteanlagenbauer, die oft als Industrie-Zulieferer arbeiten, ziehen Gewinn aus dem anhaltenden Exportboom - wie zum Beispiel Hamacher Maschinenbau, Aachen (siehe Bericht).

Die Bau- und die Kfz-Betriebe melden eine Verbesserung. Schlusslichter sind trotz deutlicher Aufholtendenzen Augenoptiker, Zahntechniker und Orthopädieschuhmacher sowie Friseure, Schuhmacher, Textilreiniger und Schneider. Nur Bäcker, Konditoren und Fleischer setzten im Winterhalbjahr weniger um.

Trotz der Anhebung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte blieben die Preise im Handwerk meist stabil, nur knapp ein Drittel der Betriebe verteuerte seine Produkte und Dienstleistungen.

Auch der höhere Aufwand für Energie und „deutlich erhöhte Materialpreise” insbesondere im Metall-Bereich erhöhten den Kostendruck - zu Lasten der Erträge.

Der Konjunkturschwung „muss genutzt werden, um die Rahmenbedingungen zu verbessern”, unterstrich Barkey. Für die kleinen und mittleren Unternehmen sei es „unabdingbar”, die Personalzusatzkosten zu senken, den Arbeitsmarkt zu flexibilisieren, die Bürokratielasten zu verringern und die Einkommensteuer zu senken, wie Michael Glos (CSU), Müllermeister und Bundeswirtschaftsminister, beharrlich fordere - „gerade im Interesse der handwerklichen Arbeitnehmer”.