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Aachen: Mehr Lehrstellen in der Region

Aachen : Mehr Lehrstellen in der Region

Agentur für Arbeit Aachen und Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen in seltener Harmonie: Einvernehmlich beurteilten Agentur-Leitern Gabriele Hilger und IHK-Geschäftsführerin Heinz Gehlen am Donnerstag die Lage am regionalen Lehrstellenmarkt als „sehr gut”.

Die flotte Konjunktur und ein Rückgang der Schulabgänger-Zahlen haben zu einer deutlichern Entspannung geführt. Zugleich ist offenbar in den Betrieben die Bereitschaft gewachsen, angesichts der allgemeinen Alterung der Bevölkerung frühzeitig Fachpersonal zu qualifizieren. Ausbildung, so Hilger, sei für Unternehmen „ein Investment in die Zukunft”.

Nach der Statistik der Agentur, zuständig für die Stadt Aachen sowie die Kreise Aachen und Heinsberg, wurden bis Ende September 5514 Jugendliche als Bewerber - 592 weniger als im Vorjahr - und 4907 zu besetzende Ausbildungsplätze -plus 428 - erfasst. Zum Stichtag waren 89 (Vorjahr: 97) Lehrstellen unbesetzt und 101 (175) Bewerber unversorgt, bilanzierte Hilger. Eine „schwierige Ecke” bleibe indes, so Bereichsleiter Hans-Helmut Lehmkuhl, Stolberg; Eschweiler und Alsdorf hätten dagegen beim Ausbildungsangebot deutlich zugelegt.

„Wir sind auf einem guten Weg.” Auch im Kreis Düren hat sich Lage entspannt. „Angebot und Nachfrage haben sich wieder angenähert”, sagte Rolf Sackers, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Düren. Die Zahl der gemeldedeten Bewerber lag bei 1938 (minus 277), die der angebotenen Stellen bei 1614 (plus 120). Ende September standen 90 (206) unversorgte Bewerber 27 (35) unbesetzten Lehrstellen gegenüber.

Die IHK hat bis Ende September zwischen Erkelenz und Euskirchen 4305 neu eingetragene Ausbildungsplätze registriert. 10,5 Prozent mehr als im Vorjahr und „das beste Ergebnis seit 20 Jahren”, erläuterte Gehlen. Nur in Aachen „läuft es nicht ganz so doll”.

Die Handwerkskammer (HWK) Aachen meldet zum Stichtag 2784 neu eingetragene Lehrverträge zwischen Selfkant und Nideggen.

Das sind 4,35 Prozent mehr, sagte HWK-Geschäftsführer Arend Katterbach. Bis Ende Dezember dürfte die Marke von 3000 erreicht werden, so dass sich ein Zuwachs von 2,5 Prozent ergeben dürfte. Derzeit hätten, so Katterbach, noch 229 Handwerksbetriebe Ausbildungsplätze zu besetzen.

Auch das Problem der Altbewerber (aus den Schulentlassjahrgängen 2006 und früher) hat sich in der Region entschärft, im Agenturbezirk Aachen sind es nur noch 47, im Dürener Bezirk 35

Jedem noch unversorgten Jugendlichen soll im Rahmen des „Ausbildungskonsens”, der von den Agenturen, der IHK, der HWK, Gewerkschaften usw) getragen wird, „ein akzeptables Angebot” (Hilger) unterbreitet werden. Der traditionelle „Endspurt” hat schon begonnen, die schulische Qualifikation dieser Gruppe sei , so Gehlen, „überraschend” gut.