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Düsseldorf: LEG wird nicht zerschlagen

Düsseldorf : LEG wird nicht zerschlagen

Nach dem Verkauf der nordrhein-westfälischen Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) an einen US-Investor hat das Management des ehemals landeseigenen Unternehmens Spekulationen über eine mögliche Zerschlagung zurückgewiesen.

„Es gibt keine Pläne, die LEG aufzuspalten”, sagte Geschäftsführer Ulrich Tappe am Mittwoch in Düsseldorf bei Vorlage der Jahresbilanz. Es werde auch keine Entlassungen bei den aktuell rund 950 Mitarbeitern geben.

Der Chef des Kölner Immobilienunternehmen GAG, Günter Ott, hatte eine Zerschlagung der LEG als wahrscheinlich bezeichnet und rechnet fest mit dem Angebot eines größeren LEG-Wohnungspaketes seitens des neuen Eigentümers. Der Immobilienfonds Whitehall der US-Investmentbank Goldman Sachs hatte die LEG mit ihren rund 93.000 Wohnungen vergangene Woche für 787 Millionen Euro gekauft.

Das entspricht einem tatsächlichen Unternehmenswert von rund 3,4 Milliarden Euro, da die LEG rund 2,7 Milliarden Euro Schulden hat.

„Wir haben nicht zu viel Personal an Bord”, machte Tappe klar. Weniger Mitarbeiter würden sich deshalb auf die Servicequalität auswirken, was wiederum zu höheren Leerständen führen könne. Das wisse auch der neue Eigentümer. Das LEG-Management geht deshalb auch davon aus, dass die von der LEG bis 2012 angesetzten Modernisierungsprogramme für Wohnraum beibehalten werden. Der Schutz der Mieter sei in einer Sozialcharta vereinbart worden.

Im Vorjahr fuhr die LEG nach der vorgelegten Bilanz das beste Ergebnis ihrer 36-jährigen Geschichte ein. Das Betriebsergebnis vor Steuern legte um 80 Prozent auf 33,3 Millionen Euro zu. Der Umsatz verbesserte sich um 3,2 Prozent auf 570 Millionen Euro.

Im Zusammenhang mit einer einmaligen Steuerrückstellung für ehemals gemeinnützige Wohnungsunternehmen blieb für die LEG am Jahresende aber ein Verlust von 36,6 Millionen Euro. Die Leerstands-Quote der Wohnungen lag zum Vorjahr unverändert bei 2,9 Prozent.

Für das laufende Jahr geht die LEG von einer 2007 vergleichbaren Konzernentwicklung aus. „Wir werden Entscheidungen treffen, die den einen oder anderen überraschen” kündigte Tappe an, ohne nähere Angaben machen zu wollen. Eine Beurteilung des Verkaufspreises lehnte das Management ab. Im Schnitt wurde jede LEG-Wohnung mit rund 36.500 Euro bewertet. Bei Wohnungsverkäufen im Zuge von Privatisierungen konnte die LEG dagegen nach eigenen Angaben vereinzelt rund 65.000 Euro je Wohnung erlösen.

Das Land NRW war mit einem Anteil von 68 Prozent Haupteigentümer der LEG, gefolgt von der Förderbank NRW.Bank mit 22 Prozent. Eine Volksinitiative gegen den Verkauf der LEG war gescheitert. Die Landesregierung hatte den Verkauf als wirtschaftlich vernünftig und sozial ausgewogen verteidigt. Die Opposition befürchtet dagegen eine Zerschlagung und kräftige Mieterhöhungen.