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Düsseldorf: Kurzarbeit schönt die Arbeitslosenstatistik

Düsseldorf : Kurzarbeit schönt die Arbeitslosenstatistik

„Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit ist noch kein Indiz für eine Entspannung des Arbeitsmarktes.” So charakterisierte Matthias Kaschte, Leiter der Arbeitsagentur Aachen, die Entwicklung des Arbeitsmarkt in der Region. Aktuell waren im Aachener Bezirk 38.082 Personen arbeitslos gemeldet - 171 weniger als im Vormonat.

Auch im Bezirk Düren ging die Arbeitslosigkeit geringfügig zurück. 11164 Personen - 32 weniger als im Mai - waren im Juni arbeitslos. Die Arbeitslosenquote blieb bei 8,5 Prozent.

Das von vielen Unternehmen eingesetzte Instrument der Kurzarbeit hat nach Ansicht von Harald Küst, Geschäftsführer der Dürener Agentur für Arbeit, dazu geführt, dass die Arbeitslosigkeit nicht beträchtlich zugenommen hat. „Trotz der Krise halten zahlreiche Betriebe der Region seit mehreren Monaten ihr Personal in einem bisher nicht gekannten Ausmaß.”

Ein Dauerzustand könne dies allerdings nicht sein, warnte er. „Wenn die Betriebe keine Perspektive mehr sehen, weil die Auftragseingänge weiterhin auf sich warten lassen, dann werden Entlassungen die Folge sein.” Deshalb komme es entscheidend auf die wirtschaftliche Entwicklung im zweiten Halbjahr an.

Im Agenturbezirk Aachen wurde ein Zugang an Arbeitslosen von 6511 verzeichnet. Das waren 1336 oder ein Viertel mehr als im Juni des Vorjahres. Seit Jahresbeginn beträgt der Zugang insgesamt 41.098 Personen. Im Gegenzug wurden im Juni 6654 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit gezählt. Seit Jahresbeginn betragen die Abgangszahlen 36.247. Das sind 329 oder 0,9 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Bei der Dürener Arbeitsagentur meldeten sich im Juni 2142 Personen arbeitslos - 206 weniger als im Vormonat. Im gleichen Monat konnten 2132 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Die Zahl der älteren Arbeitslosen (über 50 Jahre) ist im Bereich der Aachener Agentur um 1,2 Prozent auf 9253 gesunken. Nahezu unverändert war mit 14507 die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Im Jahresvergleich hat sich ihre Zahl allerdings um 15 Prozent reduziert. Im Juni waren 38 Prozent aller Arbeitslosen länger als ein Jahr auf der Suche nach einer Beschäftigung. Auch im Raum Düren ging die Zahl älterer Arbeitsloser leicht um 30 auf 2651 zurück.

Auf hohem Niveau blieben im Aachener Bezirk die Anmeldung von Kurzarbeit. Bis zum 25. Juni gingen 105 Anzeigen für 845 Personen ein. Für den Gesamtmonat rechnet die Agentur mit 140 Anzeigen für 1140 Personen. Im Bereich Düren gingen 45 Anzeigen für 1482 Personen ein. Im Vormonat zeigten 44 Betriebe mit 560 Mitarbeitern Kurzarbeit an.

Die Kurzarbeit hält auch auf NRW-Ebene die Arbeitslosigkeit in Schach. Im Juni seien 810.480 Menschen arbeitslos gewesen, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Düsseldorf mit. Das waren 550 weniger als im Mai. Entsprechend lag die Arbeitslosenquote unverändert bei neun Prozent. Gegenüber dem Vorjahr kletterte die Zahl der Arbeitslosen allerdings um 7,7 Prozent oder knapp 58.000 Menschen.

Für den gesamten Juni werden zwischen 2500 und 2700 Anzeigen mit 37.000 bis 40.000 Beschäftigten erwartet. Seit Beginn der Wirtschaftskrise vom Oktober vergangenen Jahres bis Mitte Mai 2009 meldeten gut 21.100 Betriebe mit 587.000 Beschäftigten Kurzarbeit an.

Noch freie Ausbildungsstellen in der Region

Über die gesamte Berufspalette gibt es nach Angaben der Aachener Agentur für Arbeit für Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, noch Angebote.

Bis Juni stellte die Agentur insgesamt 3754 Ausbildungsplätze zur Verfügung, von den aktuell noch 1376 zu besetzen sind.

In NRW sind laut Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit derzeit insgesamt 25.000 freie Lehrstellen registriert. Dem stünden 49.000 Jugendliche gegenüber, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz seien.