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Düsseldorf: Kritik an Kombis aus Sparen und Spekulation

Düsseldorf : Kritik an Kombis aus Sparen und Spekulation

Verbraucherschützer haben die zahlreichen neuen Kombinationsangebote von Banken kritisiert, die Mindestzinsen mit angeblich hohen Renditechancen verknüpfen.

Die Gefahr sei groß, dass die Kunden die Ertragaussichten völlig überschätzten, meint der Finanzexperte der Verbraucherzentrale (VZ) NRW, Düsseldorf, Thomas Bieler. Das Risiko, beim Minimalzins zu landen, werde dagegen schnell unterschätzt. Für die Kunden werden die angeblich chancenreichen Anlagen schnell zum Blindflug.

So werde beim „Dax-Cash-Konto” eines Ruhr-Bankhauses der Maximalzins von zehn Prozent nur ausgezahlt, wenn der Dax einen jährlichen Kursgewinn von mehr als 14.000 Prozent hinlegt. Garantiert würden gerade einmal 0,5 Prozent. Die fünfjährige so genannte „Europa Zinsanleihe” einer hessischen Bank gewähre zwar in den ersten beiden Jahren 3,5 Prozent Festzins. Danach falle bei einem größeren Rutsch des Aktienindex Euro Stoxx 50 der Zins aber komplett aus.

„Wer da einsteigt, zockt um des Zockens willen”, sagten die Verbraucherschützer. Eine Bausparkasse etwa biete für fünfjährige Festgelder schon 3,35 Prozent Zins ganz ohne Risiko, so der Verbraucherschützer.

Dass mit Spekulationen verbundene Kombi-Angebote oft floppen, hätten schon Sport-Sparangebote gezeigt. Wer auf das Abschneiden eines Rennstalls bei der Formel 1 oder des FC Bayern München gesetzt habe, konnte im vergangenen Jahr bei kleineren Summen gerade einmal Renditen zwischen 1,0 und 2,1 Prozent erzielen.