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Dank Karnevalfeiern: Kostümhändler Deiters mit deutlich mehr Geschäft

Dank Karnevalfeiern : Kostümhändler Deiters mit deutlich mehr Geschäft

Die Pandemie ist noch nicht vorbei, geschunkelt wird trotzdem wieder: Karneval wird in den kommenden Tagen groß gefeiert im Rheinland. Für Kostümverkäufer ist das eine gute Nachricht.

Nach zwei Jahren Coronavirus-Flaute berappelt sich der Kostümhändler Deiters wieder etwas. Im Februar liege der Umsatz nur noch 30 bis 40 Prozent unter dem Niveau des Vergleichszeitraums im Februar 2020 und damit vor der Pandemie, sagte der Inhaber der Handelsfirma, Herbert Geiss, der Deutschen Presse-Agentur. „Unsere Filialen haben guten Zulauf, wir sind froh und erleichtert.“

2021 hatte Deiters Firmenangaben zufolge einen Umsatzeinbruch von etwa 90 Prozent im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit hinnehmen müssen. Absolute Zahlen veröffentlicht Deiters nicht. Die Firma hat 31 Filialen, die schwerpunktmäßig im Rheinland sind, etwa in Köln und in Düsseldorf.

Firmeninhaber Geiss ist zuversichtlich, dass in der Karnevalssaison 2022/23 wieder so viel Geschäft gemacht wird wie vor der Pandemie. „Corona hin oder her – die Menschen wollen sich kostümieren und feiern, der Bedarf wird ungebrochen sein.“ Der Kostümverkauf werde als Geschäftsmodell keinen langfristigen Schaden davontragen, ist sich der Rheinländer sicher. „Nächstes Jahr kommt unsere Firma wieder in ganz normales Fahrwasser.“ Das Ende März ablaufende Geschäftsjahr wird nach Geiss’ Worten aber trotz des jüngsten Aufschwungs wieder mit einem großen Verlust abgeschlossen werden.

Deiters veranstaltet an zwei Orten in Köln Karnevals-Partys für bis zu 750 Menschen. Geiss betont, dass die Sicherheitsvorkehrungen aufwendig seien – auch Menschen mit Auffrischungsimpfung müssen sich vorher testen. Die Veranstaltungen selbst seien ein Verlustgeschäft, weil die Kosten für Miete, Musiker und die Technik hoch seien, sagt der 39-Jährige. „Aber mit den Veranstaltungen rufen wir zum Verkleiden auf und generieren durch den damit verbundenen Kostümverkauf zusätzlichen Umsatz.“

Einen klaren Kostümtrend gibt es nach Geiss’ Worten in diesem Jahr nicht. Rund Halloween und mit Blick auf den 11.11. hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben viele „Squid Game“-Kostüme verkauft, also Kleidungen aus einer Netflix-Serie - etwa Trainingsanzüge oder rote Overalls samt Maske.

In „Squid Game“ geht es um Menschen, die sich wegen ihrer Schuldenlast zu einem Spiel um Leben und Tod bereiterklären und auf einen hohen Gewinn hoffen. Die Nachfrage nach diesen Kostümen sei zwar noch da, aber nicht mehr so hoch wie im Herbst, sagte Geiss. „"Squid Game" kam auch vor dem Grusel-Hintergrund von Halloween gut an, bei den jetzt anstehenden fröhlichen Karnevalsfeierlichkeiten ist das Interesse der Kunden nicht mehr so hoch.“ Beliebt seien „kinder Schoko-Bon“-Verkleidungen oder „Ahoj Brause“-Umhänge. Golden oder silbern glänzende Outfits seien ebenfalls gefragt.

Deiters hat nach eigenen Angaben etwa 280 festangestellte Beschäftigte. Hinzukommen 450-Euro-Saisonkräfte. Der Großteil der festangestellten Belegschaft war in Corona-Zeiten wegen der Schließungen und anderen Pandemiemaßnahmen in Kurzarbeit. Inzwischen ist die Stammbelegschaft und auch ein großer Teil der Saisonkräfte wieder im Einsatz. Konkurrenten von Deiters sind Karnevalswierts aus Heerlen sowie reine Online-Händler. In der Nischenbranche des Kostümhandels ist Deiters Marktführer in Deutschland.

(dpa)