Kommentiert: Das gute Recht des Möbelriesen

Kommentiert: Das gute Recht des Möbelriesen

Es ist eine Entscheidung, die für einigen Unmut bei deutschen Ikea-Kunden gesorgt hat: Das schwedische Möbelhaus verschärft zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren sein Rückgaberecht. Wer künftig Möbel zurückgeben möchte, darf das nur noch original verpackt und im unbenutzten Zustand tun.

Was eine Empörungswelle ausgelöst hat, ist für die meisten Branchen mittlerweile jedoch selbstverständlich — und absolut richtig. Niemand würde beispielsweise Kleidung zurückgeben, die schon ein Jahr getragen wurde. Auch ein Küchengerät, das noch einwandfrei funktioniert, aber nicht mehr ins persönliche Design passt, wird kaum ein Unternehmen zurücknehmen. Ikea reiht sich mit seinen neuen Richtlinien also im Grunde nur in die allgemeinen Marktbedingungen ein.

Vor allem reicht die Entscheidung über das reine Konsumdenken hinaus: Es ist ein klares Zeichen gegen unsere Wegwerf-Gesellschaft. Künftig ist es Hobby-Einrichtern nicht mehr möglich, ihr ungeliebtes Sofa oder das zu klein gewordene Regal einfach gegen ein neues einzutauschen. Die Verschärfung des Rückgaberechts ist also durchaus spürbar, sollte für umweltbewusste Kunden aber kein Problem darstellen.