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Köln: Kölner Spezialmaschinenhersteller besitzt Weltpatent

Köln : Kölner Spezialmaschinenhersteller besitzt Weltpatent

Jeder hat es an der Wursttheke schon einmal gesehen und gerade junge Eltern kennen - meist ohne es zu wissen - die neuesten Entwicklungen einer alt eingesessen Firma aus Köln: Sie bringt mit ihren Maschinen das Lachen in die Wurst.

Gemeint sind Wurstscheiben in Form von Bären oder Wolken. Zugleich machen es die Kölner mit ihren Anfertigungen möglich, dass den Hungrigen am Frühstückstisch ein lachendes Gesicht vom Butterbrot entgegenstrahlt.

Die Voraussetzung für die Wurst mit Motiv: Geräte, mit denen das Fleisch-Brät unterschiedlich eingefärbt werden kann. „Wir haben das Weltpatent für diese Maschinen und unserer Firma geht es gut”, sagt Thomas Müller. Sein Großvater baute das Kölner Unternehmen mit derzeit rund 25 Beschäftigten im Jahr 1931 auf - angefangen hatte er mit einem Darm und Gewürzladen.

Heute stellt die Emil Müller AG im Kölner Stadtteil Rodenkirchen Maschinen für die Nahrungsmittelverarbeitung her und exportiert in alle Welt. „Die Nachfrage steigt weltweit und wir sind in über 50 Ländern tätig”, beschreibt Müller. „Wir bieten unseren Kunden ein ausgesprochenes Nischenprodukt - und das wird auch nachgefragt”, erzählt Müller. Dabei arbeitet er sehr eng mit den einzelnen Kunden vor Ort zusammen.

„Zu achtzig Prozent ist die von uns gelieferte Maschine schon vor der Bestellung fertig. Den Rest realisieren wir, wenn die Details des Kundenwunsches klar sind - beispielsweise die gewünschten Muster und auch die Leistung der Maschine”, sagt Müller. Und dabei seien der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Ob das Bild eines Schornsteinfegers oder eines Kleeblatts zu Sylvester - Weihnachtsbäume, Sterne und Glocken zum Heiligen Abend oder der Kopf eines Krokodils, ein Auto-Motiv oder ein Clowns-Gesicht: Nach den Worten Müllers ist so gut wie fast alles machbar, wenn nicht mehr als drei Farben für die unterschiedlichen Brätmassen benötigt werden.

In einem Zylinder mit einem entsprechenden Motivkopf wird das Rohmaterial verfüllt, bevor es in einem Kochvorgang verfestigt wird und der Verbraucher die Wurst mit den Motiv in der Theke sieht. Die Spezialanfertigungen kosten zwischen 38 000 Euro bis 120 000 Euro pro Stück. „Häufig läuft es so: Der führende Wursthersteller eines Landes bestellt bei uns eine Maschine.

Die Mitbewerber wollen dann nicht ins Hintertreffen geraten und ziehen nach”, schildert Müller.

Neben der unterschiedlichen Färbungen der Wurst seien auch Gemüsefüllungen oder ein Rand aus Spinat mit den Spezialanfertigungen möglich. „Einer unserer Kunden produziert jetzt Scheiben aus Schmelzkäse mit Motiv. Aber auch für Eiscreme könnte man unsere Maschinen benutzen”, sagt Müller.

Über ihm hängt die eingerahmte Werbung aus den USA mit dem Motto: „Now in America - The Smiling Face in the Sausage”.