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Knallharter Wettbewerb der Baumärkte

Knallharter Wettbewerb der Baumärkte

Düsseldorf (an-o) - Ob Obi, Marktkauf, Praktiker, Toom, Hornbach oder Bauhaus, die deutschen Baumärkte legen die Axt an die Preise - zur Freude der Heimwerker. International gelten die Deutschen als Weltmeister im Do-it-yourself.

"Der gesamte Wettbewerb ist extrem hart und preisfixiert", sagt der Geschäftsführer des Kölner Bundesverbandes Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB), John Herbert. Und er empfiehlt den Verbrauchern: Heute kaufen, bevor die Preise wieder anziehen.
Mit einer ungewöhnlichen Rabattaktion versuchte unlängst der zweitgrößte deutsche Baumarkt Praktiker die Konkurrenz auszustechen. Das Landgericht Hamburg untersagte der Metro-Tochter zwar den 20-Prozent-Rabatt über alle Sortimente hinweg per einstweiliger Verfügung. Praktiker gewährt jetzt einen "Einkaufsvorteil" von 20 Prozent ab einem Warenwert von 50 Euro.

Aber ab 2004 sind solche Sonderverkaufsaktionen nach dem Gesetz gegen Unlauteren Wettbewerb nicht mehr unzulässig.

Das Vorgehen von Praktiker verunsichere nur die Verbraucher, heißt es in der Branche. Konkurrent Hornbach nennt die Rabatte Lockvogel-Angebote. Mit solchen Aktionen würden die Verbraucher nur kurzfristig in den Markt gelockt, um Umsätze zu erzielen, so eine Sprecherin.

Tatsächlich kämpft die Do-it-Yourself-Branche um jeden Kunden. Da die Margen angesichts der Niedrigpreise extrem knapp sind, müssen Umsätze her. Unangefochtener Branchenführer ist die zur Tengelmann-Gruppe gehörende Baumarktkette Obi (4,1 Mrd Euro), gefolgt von Praktiker (2,9 Mrd), Bauhaus (1,7 Mrd) und Hornbach (1,6 Mrd Euro).