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Klagen beim Nachbarn: Euro gleich Gulden

Klagen beim Nachbarn: Euro gleich Gulden

Den Haag. Einkaufen mit dem starken Euro in der Tasche, das macht derzeit in New York, Tokio und London Spaß. Dort bekommt man für seine Euro nun mehr.

Doch der Binnenwert ärgert viele, weil seit der Einführung des neuen Geldes Abzocker am Werke sind. Und das fast in jedem Mitgliedsland der Eurozone.

In den Niederlanden wurde gerade von der Zeitschrift HP/de Tijd eine Studie publiziert, die zu erschreckenden Ergebnissen kommt und die enormen Teuerungseffekte hauptsächlich auf die Währungsumstellung zurückführt. Verglichen wurden die Preise zwischen 1998 und 2003.

Fritten mit Mayo etwa sind 120 Prozent teurer als vor fünf Jahren. Zahlte man 1998 durchschnittlich 1,50 Gulden, so zahlt man heute 1,50 Euro. Weitere Beispiele: Eine Pizza Margarita hat sich um durchschnittlich 45 Prozent verteuert.

Für ein Dreigänge-Menü sind 71 Prozent mehr zu bezahlen. Und für Körperpflegemittel müssen heute rund 61 Prozent mehr aufgewendet werden.

Dass die offiziellen Preissteigerungs-Statistiken immer ganz anders ausfallen, das liegt vor allem daran, dass die Statistiker in ihrem repräsentativen Warenkorb Gebrauchsgüter wie Autos oder Kühlschränke über- und die Verbrauchsgüter wie Nahrung und Gastronomie untergewichten: Die Preise für Autos oder Kühlschränke steigen viel langsamer.

Auch die offiziellen Forscher vom Zentralamt für Statistik CBS müssen inzwischen eingestehen, dass die Preise in den Niederlanden zwischen 1998 und 2003 um durchschnittlich 16,3 Prozent gestiegen sind.